8 Anzeichen, dass dein Schreibleben langsam überhand nimmt

Ich habe auf dem Blog schon ein paar Mal über das Schreiben geredet. Vor ein paar Tagen habe ich mein elftes Manuskript beendet und plane jetzt gerade das nächste Projekt. Das läuft aktuell etwas zäh, aber immerhin gab es mir die Idee für den Beitrag. Ich wette, dass es unter euch auch den ein oder anderen Hobbyschreiber/Autor gibt. Für all die anderen: Nächste Woche kommt wieder eine Rezension.

Lange Rede, kurzer Sinn — auf geht’s. 8 Anzeichen, dass dein Schreibleben langsam überhand nimmt.

1. Du bist überall, aber nicht hier

Eigentlich sitze ich mit meiner Mutter beim Essen. Aber irgendwann schweift mein Blick ab und ich schaue eigentlich nirgendwo mehr hin, weil ich in Gedanken bei meinem Plot bin. Ich wollte ja schon längst damit fertig sein. Aber da sind immer noch die zwei Lücken, die ich geflissentlich ignoriere. Und für die fünfundzwanzig Nebencharaktere brauche ich noch Namen. Mit total cooler Bedeutung, die außer mir niemals jemand verstehen wird.
Mama wiederholt ihre Frage ein zweites Mal. Vielleicht kriegt sie dieses Mal sogar eine Antwort.

2. Deine Aufmerksamkeit erreicht einen Tiefpunkt

Nicht, weil ich nicht aufmerksam sein will. Aber Spotify spielt auf einmal das Lied, das mich total an meine Protagonisten erinnert. Plötzlich muss ich mit den Tränen kämpfen, weil ich fast schon stolz auf das super dramatische Ende bin, das ich geplant habe.

3. Pinterest ist nicht länger dein bester Freund

Es ist so viel mehr als das: Ich könnte schließlich neue Bilder finden, die perfekt die Atmosphäre meines Projekts einfangen. Oh, ein Model, das genau wie meine Protagonistin aussieht? Ein Spruch, der die Einstellung meines Nebencharakters wiedergibt?
Ganz im Ernst: Ich habe mich schon mehrmals auf eine stundenlange Suche begeben, um die Namen von verschiedenen Models herauszufinden. Ich folge zweien auf Instagram, die tatsächlich genau so aussehen, wie ich mir die Charaktere vorgestellt habe. Schäme ich mich? Ein wenig. Aber man tut, was man tun muss.

4. Du verlässt öfter denn je das Haus

Normalerweise zähle ich mich eher zu den Eremiten unter den Schreiberlingen. Aber seitdem ich mir vorgenommen habe, diese Geschichte wirklich zu plotten und daraus resultierend ein Problem nach dem anderen auf mich wartet, habe ich das Spazierengehen für mich entdeckt. Jetzt laufe ich wie eine Blöde durch die Gegend und spreche in mein Handy, wenn mir endlich eine Lösung einfällt*.
* Mit jeder Lösung kommen mindestens fünf neue Probleme.

5. Und nachdem du einen Überschuss an frischer Luft hast, verlässt du dein Bett nicht mehr

Vorteil: Ich verhalte mich nicht mehr auffällig in der Öffentlichkeit.
Nachteil: Ich kann nicht einmal normal im Bett liegen. Stattdessen habe ich die Fötus-Haltung bezogen und frage mich, wie ich jemals glauben konnte, dass die Geschichte funktionieren würde.

6. Du weißt nicht, was höher ist: Dein Koffein- oder Zuckerkonsum?

Aber wem will ich hier was erzählen.
(Außerdem gibt es nur eine richtige Antwort darauf: Beides.)

7. Wenn dir ein neuer Logikfehler auffällt, hast du eine Sinnkrise

Oder du bist wie ich: Nachdem ich den ganzen Plot fünfmal umgeworfen habe, kann mich nichts mehr schocken. Ich bin schon betäubt.

8. Aber du freust dich auch wie ein kleines Kind, wenn etwas tatsächlich funktioniert

Wenn es richtig klick macht. Wenn all die Zahnrädchen, die ich vorher so sorgfältig konstruiert habe, ineinander greifen. Dann weiß ich wieder, warum ich all das mache: Weil ich es liebe.
Im Ernst: In wie vielen Anzeichen habt ihr euch wiedererkannt? Fallen euch noch mehr ein? Und —wie gefallen euch solche Beiträge?
In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Samstag, und viel Erfolg mit euren Projekten. Schokolade mag nicht gegen existenzbedrohende Schreibkrisen helfen, aber Salat tut das ja auch nicht.

9 Kommentare

  1. Ha ha, das ist ein toller Post! Und so war! Ich habe mich in mindestens der Hälfte deiner Punkte davon wiedererkannt.
    Aber na ja, wir Schreibende haben wohl alle ein bisschen einen an der Waffel, mh? 😀

    Ganz liebe Grüße 🙂
    Aileen

  2. Punkt 2 und 8, definitiv! 😀
    Ich habe früher wahnsinnig viel geschrieben, das in den letzten Jahren aber irgendwie vernachlässigt, weil ich vor allem mit dem Blog so viel anderes zu tun hatte – ab und zu muss es dann aber doch mal sein und dann erkenne ich mich in diesen Punkten definitiv wieder! 😀

    Und ja, der Aufwand bei der Food-Fotografie stört mich auch immer ein bisschen! Vor allem das elendige Aufbauen der Tageslichtlampe… deswegen benutze ich sie auch so selten wie möglich! 😀

    Liebe Grüße!

  3. I relate to these so much!! And omg I also exercise to work through plot ideas!! It's so helpful, right?! For some reason, going for a walk/run helps me really focus on my plotting. And I'm ALWAYS thinking about my book when I'm supposed to be paying attention to someone else.😂 It's becoming a problem haha.

  4. YES. I think it's so helpful because we're basically on our own when we're exercising? There's no phone/Instagram/Twitter to distract from the plot. It's great either way. 😂
    Same here. I mean, it's no secret that I'm weird, but lately I'm even weirder than usual 😂 My plot is slowly devouring me.

    (I'm also fangirling over here because you commented. *flails*)

  5. Und plötzlich bin ich froh, mich auf Kurzgeschichten 'festgelegt' zu haben 😀 Wirklich toller Beitrag, vor allem Punkt 5 finde ich sehr genial 😀 Wirst du deine Projekte eigentlich je veröffentlichen bzw hast du schon was veröffentlicht?
    Liebste Grüsse
    Julia

  6. Ganz im Ernst — Hut ab. 😀 Ich finde Kurzgeschichten unglaublich schwierig zu schreiben (und habe auch kaum Ideen dafür). Dankeschön 🙂
    Ich würde unglaublich gerne eines Tages was veröffentlichen, aber ich mache mir da keinen Stress. Wenn es klappen sollte, wäre das natürlich wunderbar. 😊
    Alles Liebe,
    Isabella

  7. Das ist ein richtig toller Beitrag! Sehr lustig! 😀 Seit ca. einem halben Jahr schreibe ich nun schon an meinem ersten eigenen Buch, und beinahe alle Punkte treffen dabei auf mich zu. Nur spazieren gehen tue ich nicht, denn dazu bin ich leider zu faul. 😉
    Liebe Grüße,
    Denise

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