Über Bücher und Selbstliebe – Teil 2

doch wie soll diese Revolution aussehen?
Eine „Ich mache das, weil es mir gut tut„-Revolution also. Doch wie soll die aussehen?
Ich habe lange überlegt, welche Richtung ich mit diesen zwei Beiträgen einschlagen will. Will ich predigen, dass man seine Beschäftigung für sich behalten soll, damit möglichst niemand anderes ein schlechtes Gewissen kriegt? – Natürlich nicht.
Will ich euch erzählen, dass ihr nie wieder eure Stresslevel in die Höhe treiben sollt? – Genauso wenig.

die Kunst des Zeitnehmens

Ich will aber, dass ihr euch einmal Zeit nehmt. (Vielleicht gerade jetzt vor Jahresende?) Dass ihr euch hinsetzt und darüber nachdenkt, was euch wichtig ist. Was ihr gerne in eurer Freizeit macht, was euch wirklich Spaß bereitet. (Das heißt natürlich nicht, dass die Schule/euer Studium/euer Job nicht Spaß machen kann/soll!) Denn es ist so wichtig, dass ihr solch eine Sache für euch habt. Dass ihr euch diese Sache immer beibehaltet.
Es ist okay, Bilder zu teilen, in denen man herzeigt, wie viel man lernt. Es ist auch okay, Notenbilder herzuzeigen oder was auch immer man heutzutage noch der Welt mitteilen will. Aber genauso sollten wir an diese anderen Momente denken.
Umso älter ich werde, desto mehr genieße ich es,  zu reflektieren. Und wenn ich bisher eines gelernt habe, dann ist es das: Im Leben ist alles ein Lernprozess. Und es hilft wirklich, sich Gedanken zu machen.
Ich bin jetzt natürlich nicht „geheilt“. Ich werde immer noch frustriert und ich vergleiche mich immer noch öfter, als es mir lieb ist, mit anderen. Aber ich bin mir diesen Dingen bewusst. Und so kämpfe ich auch bewusst dagegen an, nehme mir bewusst Zeit für mich.

die Vergänglichkeit unserer Gesundheit

Denn – so klischeehaft sich das auch anhört – ihr habt eure körperliche UND eure geistige Gesundheit nur einmal. Und keine Note, keine Leistung der Welt darf so wichtig sein, dass ihr diese dafür aufs Spiel setzt.
Vor allem ist es bewiesen*, dass regelmäßige Pausen euch effektiver arbeiten lassen. Und wenn ihr merkt, dass euer innerer Workaholic Überhand nimmt, dann zwingt euch, diese Pausen zu machen. Steht auf, entfernt euch vom Schreibtisch und nehmt eure aktuelle Lektüre zur Hand. Lernt Stück für Stück, das schlechte Gewissen zu bekämpfen – und den Kampf zu gewinnen.
Ich bin mir sehr bewusst, wie banal das klingt. Und es passt auch irgendwie nicht recht auf einen Buchblog. Aber es ist ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt – vor allem etwas, das wir meiner Meinung nach alle lernen sollten. Denn natürlich ist es heutzutage üblich, immer mehr und immer härter zu arbeiten. Doch damit steigt auch die Burn-Out-Rate immer schneller und höher**… und das ist kein schöner Trend.
Also nehmt euch die Zeit zum Lesen. Oder zum Schauen eurer Lieblingsserie. Weil ihr es verdient.

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6 Kommentare

  1. Sehr schöner Beitrag! Ich hab vorhin den ersten Teil gelesen und finde du hast bei vielen Punkten recht. Viele meine Freunde sagen immer "Ich habe keine Zeit zum dies und das machen". Bullshit. Man hat Zeit, man muss sie sich nur richtig einteilen. Wenn man keine Zeit hat das zu machen, was einem Spass macht, macht man etwas gewaltig falsch.
    Im Juni habe ich meine Lehabschlussprüfung und bis dahin muss ich verdammt viel lernen. Ich will mir meine Zeit aber so einplanen, dass ich trotzdem noch lesen, bloggen, meine Lieblingsserie und meine Freunde treffen kann. Ich hoffe das ganze klappt so wie ich es mir vorstelle, der Lernplan ist zwar bereit, aber die nächsten sechs Monate werden wirklich heftig.
    Ich werd aber immer wieder an deinen Beitrag und den Ratschlag denken. Vielen Dank für die Erinnerung, das man sich Zeit für die dinge nehmen sollte, die einem gefallen.
    Liebste Grüsse
    Julia

  2. Liebe Julia,
    Vielen Dank für diesen Kommentar <3 Genau das ist es, was ich sagen wollte – wir haben alle gleich viel Zeit. Es liegt aber an uns, was wir daraus machen!
    Ich wünsche dir jetzt schon einmal alles Gute für deine Vorbereitung! <3 Solche Phasen gibt es immer wieder und ja, sie sind wirklich stressig, aber mit einem Lernplan machst du meiner Meinung nach alles richtig! 🙂 Ich hatte für mein Abi (und auch jetzt im Studium) ebenfalls einen Lernplan erstellt. In den zwei Wochen vor den Prüfungen hatten wir unterrichtsfrei, und ich habe da "zwar" täglich vier Stunden gelernt, aber so immer noch den halben Tag frei gehabt! 😀 Die Einteilung macht wirklich so einiges aus.
    Hab einen schönen Abend,
    Isabella

  3. Hi,
    Es ist wirklich schwierig, inmitten einem Berg von Arbeit Mal zu sagen, dass jetzt eine Pause dran ist. Man ist halt total gestresst weil man noch Dieses und Jenes machen muss. Aber es ist wirklich wichtig, sich im Laufe seiner Lernkarriere mal damit auseinander zu setzen, ob das einem eigentlich gut tut, wie man seine Aufgaben bewältigt. Danke, für die Erinnerung sich Mal selbst zu reflektieren und auch einfach mal eine Stunde früher Feierabend zu machen! Ich hoffe, ich werde bei meiner Masterarbeit ab Januar öfter an diesen Beitrag denken! 🙂
    Liebste Grüße,
    Elli

  4. Liebe Elli,
    Danke dir für die zwei Kommentare! Dass deine Freundin davon fast betroffen war, ist echt krass – und zeigt noch mal mehr, was für einen Einfluss dieser Dauerstress (den wir selbst uns machen!) auf uns hat. Es ist einfach sooo wichtig, dass man lernt, da auf sich zu hören – das Studium darf (und soll!) Spaß machen, aber selbst mit Dingen, die einem Spaß machen, kann man sich überfordern.
    Gern geschehen, freut mich, dass dir der Beitrag helfen konnte! Und viel Erfolg bei deiner Masterarbeit! <3
    Alles Liebe,
    Isabella

  5. Sehr schöner Beitrag mit wichtiger Aussage. Ich finde es schlimm, dass man immer mehr in eine Richtung getrieben wird, in der man keine Freizeit und keine Zeit mehr für sich und Entspannung hat. Ich selbst bin da kein optimales Beispiel, weil ich ehrlich gesagt schon in der Schule nicht mehr gemacht habe als absolut nötig und in der Uni hat sich das auch nicht viel geändert, aber generell geht der Trend ja eher in die Richtung. Schon allein dass uns ein halbes Jahr vor dem Abi schon gesagt wurde, wir hätten ja schon längst mit dem Lernen anfangen sollen, weil unser restliches Leben davon abhängt. Erwachsene sagen immer, die Schule wäre die entspannteste Zeit ihres Lebens gewesen, genau wie das Studium danach, aber ich glaube nicht, dass das so heute noch zutrifft. Da muss man sich wirklich immer wieder aktiv bewusst machen, dass die Welt nicht untergehen wird, wenn man mal eine Stunde nicht lernt, sondern stattdessen etwas macht, was Spaß macht.
    Während Klausurphasen höre ich auch oft den Satz "die drei Wochen habe ich keine Zeit was zu machen, da muss ich lernen" und dann schockiert es mich immer wieder, wie ernst das genommen wird und dass sich manche wirklich kein bisschen Freizeit mehr gönnen. Auf Dauer kann sowas definitiv nicht gut gehen.
    Ich hoffe deine Beiträge erreichen noch mehr Menschen, vorzugsweise natürlich welche, denen das hilft 🙂

    Liebe Grüße!

  6. Liebe Jacquy,
    Vielen Dank für den Kommentar! Es ist wirklich eine Botschaft, die mir schon lange auf dem Herzen lag und die einfach rausmuss – wenn sie irgendjemandem helfen kann, umso besser!
    Die Situation, die du beschreibst, kann ich unglaublich gut nachvollziehen. Zuerst wurde das Abi als "Heiliger Gral" bezeichnet, jetzt, im ersten Semester, wird schon vom Master geredet und Leute fragen nach der Bachelorarbeit. Es ist schön und gut, sich Ziele zu setzen, und es ist auch nichts Falsches daran, hart zu arbeiten – aber man kann es wirklich übertreiben. Wie du sagst: Es bringt niemanden um, wenn man mal eine Stunde weniger lernt. (Oder sich ein, zwei Tage freinimmt.) Außerdem macht man sich auf Dauer wahnsinnig, wenn man sich nur den ganzen Tag mit irgendwelchem Lernkram beschäftigt – da kann der Kopf ja auch nicht mehr abschalten.
    Viele liebe Grüße zurück,
    Isabella

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