[Rezension] Lady Midnight – Cassandra Clare

Inhalt

Emma Carstairs ist eine Schattenjägerin. Und sie ist fest entschlossen, den Mörder ihrer Eltern zu finden. Als zahlreiche, teilweise verstümmelte Leichen in Los Angeles auftauchen, eröffnet sich eine heiße Spur. Aber dahinter steckt noch viel mehr – eine größere Verschwörung. Die Sache verkompliziert sich, als sie feststellt, dass sie Gefühle für Julian, ihren Parabatai entwickelt, etwas, das auf gar keinen Fall geschehen darf.

Meine Meinung

Ohhh, wie lange haben wir nur darauf gewartet, endlich ein neues Buch von Cassandra Clare in den Händen zu halten! Oder, um genau zu sein, den Auftakt zu einer neuen Reihe!
Lady Midnight spielt 2012, also nach den Ereignissen rund um Jace und Clary. Wir treffen auf eine neue Generation von Schattenjägern, geprägt von dem Cold Peace, der unter anderem Kontakt zu Feen verbietet und sogar Julians Schwester Helen ins Exil geschickt hat. Die Situation trägt von Anfang an eine leichte Spannung mit sich – der Frieden ist fragil, und viele Schattenjäger halten nichts von den Regeln.
Emma Carstairs ist ein Waise. Ihre Eltern kamen vor vielen Jahren in dem Kampf mit Sebastian um, ihre Körper mit komischen Schriftzeichen überzogen. Doch Emma hat noch nie geglaubt, dass sie von Sebastians Hand getötet wurden, und ergreift von daher jede Möglichkeit, das Gegenteil zu beweisen.
Dann ist da Julian Blackthorn – Emmas Parabatai und noch dazu ein Junge, der zu früh erwachsen werden musste. Da seine Eltern ebenfalls tot sind und er nur noch einen Onkel hat, der gesundheitlich stark eingeschränkt ist, hat er mit zwölf Jahren angefangen, für seine vier (seiner sechs) Geschwister zu sorgen. 

Ihr seht schon – beide Charaktere haben etwas an sich, weswegen man sie einfach ins Herz schließen muss. Und wenn es nach mir ginge, würde ich jetzt noch den ganzen Rest aufzählen, weil Cassandra Clare dieses Mal ein ganz besonderes Meisterwerk an Charakteren geschaffen hat. Aber, um es kurz zu halten – sehr begeistert war ich außerdem von Cristina, die ursprünglich aus Spanien kommt, Mark, der Blackthorn Bruder, der von der Wild Hunt aufgenommen wurde, und Ty, einer von Julians Brüdern – ein Junge, der trotz seinen dreizehn Jahren sehr schnell verschreckt ist und fragil wirkt, gleichzeitig aber eine unglaubliche Intelligenz mit sich bringt.

Wie bereits erwähnt – dieses Mal hat sich Clare selbst übertroffen. Jeder einzelne Charakter im Buch hat etwas Einzigartiges an sich und trägt zu der Diversität bei, fügt sich geschickt in das ganze Beziehungsgeflecht ein.
Ein zentrales Thema im Buch ist natürlich auch die Beziehung zwischen Jules und Emma, eine Liebe zwischen zwei Parabatai, die verboten ist, die grausamste Strafen mit sich bringen kann. Anhand einiger Szenen merkt man, dass Cassandra Clare auch als Autorin Fortschritte gemacht hat – die Emotionen fließen förmlich aus den Seiten, schön, unschön, der Zwist zwischen dem, was Emma und Julian wollen und was sie nicht dürfen.
Da macht es auch nichts, dass Lady Midnight ein paar Startschwierigkeiten hat. Wer Action von der ersten Seite an erwartet, ist leider falsch – gute 100 bis 200 Seiten dauert es, bis die Geschichte so richtig an Fahrt aufgenommen hat. Aber generell ist Lady Midnight eher ein ruhiger gehaltenes Buch, was das Lesevergnügen jedoch nicht mindert. Es brachte mich dazu, sehnsüchtig darauf zu warten, bis ich endlich daheim war und weiter lesen konnte. Das Buch lebt einfach von seinen Charakteren – und das funktioniert grandios, wie Cassandra Clare beweist.
Ich finde es außerdem wichtig zu erwähnen, dass Lady Midnight kein Versuch ist, die Schattenjäger-Welt auszuschlachten. Nur weil Clare viel über Schattenjäger schreibt, ist das noch lange nichts Schlimmes – mit jeder ihrer Reihen hat sie bisher bewiesen, dass sie vor Ideen nur so strotzt. 
Außerdem: es ist unglaublich cool, von Clary und Jace, Jem und Tessa zu lesen. Und noch ein paar anderen. Man erwischt sich beim Grinsen – und freut sich, diese „alten Bekannten“ wiederzusehen. Eigentlich ist Lady Midnight ein Buch, das sich nach Heimat anfühlt – zumindest wenn man, wie ich, mit City of Bones großgeworden ist.

Fazit

Es wäre falsch, Lady Midnight als etwas anderes als schlichtweg ein Meisterwerk zu bezeichnen. Cassandra Clare macht die Rückkehr in die Welt der Schattenjäger zu einem einzigen Vergnügen.
Titel: Lady Midnight
Hardcover: 720 Seiten
Verlag: Simon & Schuster
Reihe: 1/3
Preis: ca. 20€

Du magst vielleicht auch

5 Kommentare

  1. Ahhh, Lady Midnight! Ich fands auch richtig richtig genial! Vor allem hat mir wahnsinnig gut gefallen, dass Emma und Julian sich schon von Anfang an kannten und es mal nicht die große Liebe auf den ersten Blick war! Nur am Ende hätte ich Emma echt am liebsten gegen irgendeine Wand geklatscht 😀 Mal sehen, wie es mit ihr und Julian im nächsten Band weitergeht! Oh man, das dauert noch so ewig – ich hasse warten, bahh!
    Dass Tessa und Jem auftauchen, fand ich auch toll. Das Ende von Clockwork Princess war nämlich nicht so wirklich meins, weil ich mir die beiden da irgendwie nicht zusammen vorstellen konnte. Aber in Lady Midnight war es dann doch einfach perfekt 🙂

    Das Kokosöl zu ersetzen ist denke ich schwierig, weil es beim Dattelkaramell ja dafür sorgt, dass es nicht einfach davonfließt. Aber vielleicht könnte man stattdessen einfach mehr Datteln nehmen und dann darauf achten, dass die Twix nicht zu warm werden 😀

    Ich hab mir jetzt übrigens A Court of Thorns and Roses bestellt, bin mal gespannt, ob es mir gefällt! 🙂

    Liebe Grüße & dir noch ein schönes Ostern, Bella! 🙂

  2. Jaaa, da freue ich mich auch schon drauf! 🙂
    Und das Kokosöl schmeckt man echt nicht raus, außer im Schokoguss. Aber da könntest du ja einfach normale vegane Schokolade einschmelzen! Mit Bananen war es bei mir genauso, ich fand sie früher total ekelhaft. Pur kann ich sie immer noch nicht essen, aber als Nicecream zusammen mit Kakao liebe ich sie inzwischen! Das ist wohl echt einfach Gewöhnungs- / Kopfsache 😀
    Wann hast du denn deine Abiprüfungen? Bzw in welchen Fächern? 🙂

    Liebe Grüße!

  3. Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass es mal wieder ein neues Buch von Clare gibt. Bei der City of Bones Serie bin ich irgendwann ausgestiegen, weil ich das Gefühl hatte, dass mit der Geschichte nur noch Geld gemacht wird.
    Kann man das neue Buch auch lesen ohne die komplette vorherige Serie gelesen zu haben?

  4. Ohje, Mathe wäre glaub ich mein Tod gewesen 😀
    Da bin ich echt froh, dass mir das letztes Jahr erspart geblieben ist!
    Ich wünsch dir auf jeden Fall viel Glück und Durchhaltevermögen! :))

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.