[Rezension] Daughter of Smoke and Bone 1: Zwischen den Welten

Originaltitel: Daughter of Smoke and Bone

Deutsche Ausgabe
Ich werde hier ausnahmsweise auf die offizielle Inhaltsangabe zurückgreifen, da es mir persönlich ein bisschen schwerfällt, die Handlung in dem Fall zusammenzufassen.

Was würdest du dir wünschen, wenn du nur eine Perle deiner Kette opfern musst, damit dein Wunsch in Erfüllung geht?
Wo würdest du hinreisen, wenn du bloß durch eine Tür gehen musst, um nahezu alle Orte der Welt zu erreichen?
Wie würdest du dich fühlen, wenn du den falschen Mann liebst, er aber die Antwort auf alle deine Fragen ist? Karou dachte, sie wüsste, wer sie ist. Doch dann kommt es zu einer Begegnung, die alles verändert …
Eine Liebe, die älter ist als die Zeit. Und ein Kampf, bei dem ALLES auf dem Spiel steht. Der erste Band der Serie, die die Welt erobert.
„Du warst ehrlich mit ihr, obwohl sie es dir gegenüber nicht war. Aber bereue niemals deine eigene Güte, Kind. Im Angesicht des Bösen wahrhaftig zu bleiben ist ein Beweis von Stärke.“
(Brimstone in Daughter of Smoke and Bone 1: Zwischen den Welten, Seite 476 Z. 12-15)

Englische Taschenbuchausgabe
Daughter of Smoke and Bone 1: Zwischen den Welten steht schon so ziemlich seit seinem Erscheinen auf meiner Wunschliste. Da ich damals eher schlecht als recht was mit Bücherblogs am Hut hatte und demnach nicht sonderlich oft Rezensionen las, wurde mir erst mit der Zeit bewusst, wie umstritten das Buch ist. Die einen hassen es, die anderen lieben es. Die einen finden ist zu kitschig, die anderen einfach romantisch. 
Ich muss an dieser Stelle zugeben, dass ich sowohl die negativen als auch die positiven Rezis nachvollziehen kann, aber mein Eindruck vom Buch ist dann doch ein ziemlich anderer. 
Eine Sache, die mir bereits am Anfang aufgefallen ist, war der Schreibstil: er kam mir manchmal vor wie aus einem Märchen gesprungen, was ich als wirklich schön empfand und mir total gefallen hat. Da weiß man überhaupt nicht, welches Zitat man nehmen will. Die Worte sind so gut gewählt, dass ich in Karous Welt versunken bin, ich konnte mir alles so vorstellen, als ständen die Charaktere direkt neben mir.
Allerdings habe ich ein wenig die Befürchtung, dass die Autorin sich zu sehr im Schreibstil selbst verloren hat, denn leider hinkt die Handlung manchmal ein wenig hinterher. Wo der Klappentext anfängt, sind im Buch bereits hundert Seiten vergangen. Danach ging es dann doch endlich ziemlich rasant los und man will nur weiterlesen – bis der nächste „Stimmungskiller“ kommt: es gibt gegen Ende des Buches über hundert Seiten, die allesamt Rückblenden sind. Rückblenden, über die ich ewig, wirklich ewig nachgedacht habe, ob ich sie hassen oder lieben soll. Ich kann letztendlich dazu nur so viel sagen: Ich denke zwar, dass die Rückblenden nützlich waren und bestimmte Umstände besser erklärt haben, dennoch sind sie zu lang ausgefallen – auch wenn ich unglaublich mit dem Herz an diesen Rückblenden gehangen bin…

Die Idee hinter Daughter of Smoke and Bone ist allerdings einzigartig und wieder wie ein Märchen. Allein dafür könnte ich’s gar nicht erst übers Herz bringen, dem Buch eine schlechte Bewertung zu geben. Die Welt, die Laini Taylor geschaffen hat, ist für mich unglaublich individuell und einfach mal was anderes.
Die Charaktere im Buch – man lernt nicht sonderlich viele kennen, einige nur flüchtig, und doch passen und harmonieren sie.
Da ist natürlich Karou. Karou, die nicht weiß, wer sie ist. Karou mit den vielen Geheimnissen. Besonders amüsant finde ich, dass Laini Taylor Karou nicht wie manch andere Autoren ihre Protagonisten in Lückengeflechte eingespannt hat, sondern dass Karou immer die Wahrheit sagt: nur mit einem Schmunzeln, einem Zwinkern oder verdrehten Augen. An den Stellen musste ich immer grinsen.
Buch ohne Schutzumschlag
Ansonsten ist Karou ein ziemlich taffer Charakter. Sie weiß, was sie will, und sie schreckt nicht zurück, die zu verteidigen, die sie liebt. Gleichzeitig ist sie ein wenig zerrissen, weil sie wirklich keine Ahnung hat, wer sie ist, woher sie kommt. Sie ist auf jeden Fall ein glaubwürdiger Charakter, der mir ans Herz gewachsen ist.
Die Geschichte, die sich zwischen ihr und Akiva anbahnt, ist wirklich unglaublich kitschig – aber gleichzeitig romantisch, zugegeben. Ich denke, das muss jeder selbst für sich ausmachen. Wer bereit ist, das in „Kauf zu nehmen“ oder sich einfach mal fallenlässt und der Geschichte die Chance gibt, Eindruck zu schinden, der wird die Geschichte akzeptieren. Zugegeben, anfangs war ich nicht überzeugt – aber gegen Ende wird es schlüssig erklärt. Daher hat mir diese Romanze doch gut gefallen.
Das Ende des Buches (besser gesagt: der letzte Satz des letzten Kapitels) hat mich erst mal verlernt zu atmen und dann war ich so geschockt, dass ich erst mal gucken musste, ob es davon verdammt noch mal eine Fortsetzung gibt. XD
Die gute Nachricht: Ja, gibt es. Laini Taylor schreibt auf ihrer Website, dass der zweite Teil wohl diesen November auf Englisch rauskommt. Na, immerhin. Solange ich das weiß, kann ich drauf warten. *seufzt*
Das Buch, das bei den Bloggern so zwiegespalten ist, konnte auch bei mir nicht hundertprozentig überzeugen. Doch hat es mich an manchen Stellen zu Tränen gerührt und ich hänge irgendwie doch ziemlich an Daughter of Smoke and Bone: Zwischen den Welten, sodass ich froh bin, dass ich das Buch gekauft habe. Hach…

Details

Titel: Daughter of Smoke and Bone 1: Zwischen den Welten:
Hardcover: 496 Seiten
Reihe: 1/3
Verlag: FJB
Preis: 16,99€

4 Kommentare

  1. Deine Rezi ist sehr schön. Ob ich das Buch lesen würde weiß ich trotzdem nicht 😀
    Ist halt schwierig wenn die Meinungen sich so teilen. Ich hab Angst, dass ich enttäuscht wäre hinterher. Ich denke ich warte mal die Rezi vom zweiten Band ab und entscheide dann. Weil eigentlich mag ich Geschichten, die sich wie Märchen lesen.

    Liebe Grüße
    Kathi

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