[Rezension] Ich fürchte mich nicht – Tahereh Mafi

Originaltitel: Shatter Me

Die siebzehnjährige Juliette hat seit 254 Tagen keinen anderen Menschen gesehen. Denn sie ist in Isolierungshaft, wird für verrückt erklärt – weil ihre Berührung tödlich ist… Doch dann wird auf einmal Adam in ihre Zelle gebracht. 
Adam, den sie noch aus der Schule kennt, der sich aber scheinbar nicht mehr an sie erinnert. Doch nur wenige Wochen nach seiner Ankunft muss Juliette feststellen, dass er nicht grundlos zu ihrem Zellengenossen wurde. Es gibt jetzt so etwas wie ein höheres Ziel für sie. Sie soll als Waffe dienen…
Ich fürchte mich nicht ist wieder so ein Buch, das seit seinem Erscheinen auf meiner Wunschliste stand. Letztendlich habe ich es mir bei der idealo Challenge gewünscht und nun vor ein paar Tagen endlich gelesen. Ich persönlich hatte doch relativ hohe Erwartungen an das Buch, ich war so unglaublich darauf neugierig und vor allem auf den Schreibstil.
Dieser hat die Besonderheit, – wie ihr wahrscheinlich ohnehin schon wisst – dass manche Wörter oder ganze Sätze durchgestrichen sind, wenn Juliette beispielsweise etwas denkt, was sie gar nicht denken will. Ich habe ein paar Rezensionen von Bloggern gelesen, die kritisiert haben, dass dieser Schreibstil den Lesefluss gestört habe. Mir persönlich ging das überhaupt nicht so, ich denke, das ist Geschmackssache. Wer sich da nicht sicher ist, soll einfach mal in die Leseprobe bei Amazon reingucken, aber ich persönlich fand es einfach faszinierend, wie unglaublich neugierig das Buch schon auf den ersten Seiten machte.
Ich bekam im Laufe des Buches das Gefühl, es würde an mir vorbeirasen. Es war wie verrückt. Nicht, weil ständig irgendwas passierte, klar war diese unterschwellige Spannung da, aber nein, dieser Schreibstil macht so etwas aus, dass man gar nicht anders kann, als weiterzulesen. Hätte ich mich nicht gezwungen das Buch aus der Hand zu legen, hätte ich es wohl an einem Tag gelesen…^^
Die Idee finde ich zwar nicht übermäßig originell, aber doch ziemlich interessant. Besonders das mit Juliettes Isolationshaft. Ich war außerdem besonders gespannt auf das Buch, da ja 2/3 davon nur genau drei Charaktere genauer vorkommen.
Juliette, Adam und Walter – der „Bösewicht“ sozusagen, aber zu dem komme ich gleich noch genauer. Auf jeden Fall konnte ich mir kaum vorstellen, wie nur so wenige Charaktere vorkommen können ohne dass es langweilig wird, aber ich wurde echt vom Gegenteil überzeugt. Es reicht trotzdem, es passt. Und wahrscheinlich gilt in dieser Hinsicht einfach pauschal: Wenn die Charaktere gut sind, müssen es nicht viele sein. Qualität vor Quantität oder so. XD
Also, zu den Charakteren. Juliette ist ein Mädchen, das zurückgestoßen ist, ein wenig verängstigt, aber gleichzeitig unglaublich stark. Sie ist eine Kämpferin mit Herz und Seele. Aus ein paar vagen Sätzen kann man schließen, dass sie bereits als Kind nicht berührt werden konnte, dass ihre Eltern Angst vor ihr hatten, und es ist gleichzeitig unglaublich schockierend, dass sie nie eine Umarmung gespürt hat, keine tröstende Berührung…
Im Buch legt sie eine unglaubliche Entwicklung hin. Von dem  verstörten Mädchen zur Kämpferin, die sich gegen die Regierung auflehnt. Auch ihr Schreibstil wird im Laufe des Buches „klarer“, es sind weniger Sätze bzw. Wörter durchgestrichen.
Von Adam wusste ich persönlich nie so recht, was ich von ihm halten sollte. Ich war mir nie sicher, ob er jetzt auf Juliettes Seite steht oder nicht. Er ist echt ein interessanter Charakter, dessen eigene Geschichte auch berührt. Ich kann über ihn jetzt nicht allzu viel sagen, aber er ist echt gut gelungen.
Dann ist da noch Walter. Der Anführer des Militärs. Der, der Juliette zur Waffe machen soll. Aber er ist kein „klischeehafter Böser“: sondern er ist 19 Jahre alt und wird im Buch als ziemlich attraktiv beschrieben. Im Laufe des Buches erfährt man mehr über seine Hintergründe und ich konnte nicht anders, als mit ihm Mitleid zu haben. Und ihn hassen? Bloß nicht. Für einen Bösen ist er wirklich außergewöhnlich und wird mir noch lange im Hinterkopf bleiben, auch dann, wenn die Reihe irgendwann beendet ist.
Ich fürchte mich nicht war ein Buch, das mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat. Mit dem Schreibstil wird es unglaublich spannend und auch die drei Charaktere, die einen Großteil des Buches ausmachen, konnten gut überzeugen.
Ich muss nur ein halbes Herz abziehen, da ich fand, dass das Buch dann leider doch einen kleinen Ticken zu schnelllebig wurde, aber viel macht das auch nicht aus. Ich bin letztendlich doch ziemlich begeistert und auf den zweiten Teil gespannt. <3 
Titel: Ich fürchte mich nicht
Hardcover: 320 Seiten
Reihe: 1/3(?)
Verlag: Goldmann
Preis: 16,99€
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