Die Erfindung der Hausfrau: Geschichte einer Entwertung von Evke Rulffes

In Die Erfindung der Hausfrau zeichnet Evke Rulffes die Entwicklung von der Hausmutter zur Hausfrau, „von der Herrin im Haus zur Dienerin am Mann“ (Klappentext), nach und arbeitet sich, ausgehend von der Verdrängung der Frauen aus den mittelalterlichen Zünften, in die Gegenwart vor. Ihr Anliegen ist es, bei allem historischen Wandel Konstanten und Muster aufzuzeigen, die uns auch heute noch begegnen. Dass es sich bei dem Buch jedoch um ein „Plädoyer für mehr Gerechtigkeit und Wertschätzung von Care- und Hausarbeit“ handele, wie es auf der Website des Verlags heißt (und wie auch im Buch behauptet), hat zumindest bei mir falsche Erwartungen geweckt. Denn gewiss zeigt Rulffes auf, dass Care- und Hausarbeit eigentlich zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise wertgeschätzt wurden – ein ausführlicheres, gegenwartsbezogenes Plädoyer findet sich allerdings nur auf den letzten Seiten des Buchs, und es taucht geradezu irritierend abrupt auf.

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Für immer die Alpen von Benjamin Quaderer

Johann Kaiser, Sohn eines Fotographen und Weltenbummlers, Sohn einer Mutter, die irgendwann ging und nicht mehr aufzufinden war, der irgendwann in einem Kinderheim landete und schon bald lernte, dass er seine Identität an seine Bedürfnisse anpassen konnte – musste –, Johann Kaiser, Bürger Liechtensteins, der eines Tages zum Dieb von Kundendaten einer Bank wird. Bei den darauffolgenden Prozessen geht es ihm nicht um Geld, sondern um Gerechtigkeit, und nicht zuletzt deswegen greift er zum Stift – um seine Geschichte so zu erzählen, wie sie wirklich passiert ist, nicht so, wie die Öffentlichkeit sie zu zeichnen versucht.

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The Invisible Life of Addie LaRue von V.E. Schwab

1714, Villon-sur-Sarthe: Die dreiundzwanzigjährige Adeline LaRue soll heiraten. Während ihre Eltern das Ereignis mit Vorfreude erwarten, hat Addie das Gefühl, ihr Leben wird damit enden – denn wenn sie jetzt nicht dem winzigen Ort entkommt, wann denn dann? In ihrer Verzweiflung geht sie einen faustischen Pakt ein, der ihr Freiheit – Unsterblichkeit – verspricht. Der Haken: Niemand erinnert sich an Addie. Doch das ändert sich dreihundert Jahre später, als sie Henry Strauss kennenlernt …

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Normal People von Sally Rooney – eine pointierte Darstellung der Millennial-Kultur?

Marianne und Connell könnten nicht unterschiedlichere Leben führen. Er ist beliebt in der Schule, sie nicht. Sie kommt aus einer reichen Familie, er nicht. Dass sie ein paar Mal miteinander etwas hatten, halten sie geheim. Als sie das College besuchen, verändert sich die Beliebtheits-Dynamik, aber eines bleibt gleich: dass ihre Leben auf eine unverwechselbare Art miteinander verschlungen sind, ganz egal, wie sehr sie versuchen, ohne den anderen auszukommen.

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