That Girl von Gabriella Santos De Lima

Tess Raabe scheint eine überaus erfolgreiche Influencerin zu sein: Als That Girl teilt sie täglich ihre Morgenroutine inklusive Meditation, gesundem Essen und Dankbarkeitstagebuch, Tipps zu Self Care und Rezepte für den neusten Superfood-Salat. Alles, was an der Schnittstelle von Self Care und Produktivität liegt, ist ihr Metier. Und als ob das nicht genügt, ist die 25-Jährige erfolgreiche Autorin – in Date Me erzählt sie von all den misslungenen Dates, die man als Frau in den Zwanzigern eben so mitnimmt. Muss ja niemand wissen, dass manche Details hinzu- und manche zu düstere Passagen herausgedichtet wurden. Und dass in Tess’ Innerem ganz viel Wut steckt: Wut auf den neusten Mann, der sie ausgenutzt hat und doch nur einer von vielen ist. Doch dann lernt sie Leo kennen. Und endlich scheint alles anders zu werden …

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The Way I Break von Nena Tramountani

Tori hat alles: einen perfekten Freund, ein Leben in London, sie ist Souschefin in einem der renommiertesten Restaurants der Stadt. Zumindest sieht ihr Leben von außen so aus. In Wahrheit ist ihr Freund auch ihr Chef, zehn Jahre älter als sie und in jeglicher Hinsicht manipulativ. Weil sie keinen anderen Ausweg sieht, flieht sie kurzerhand in die Kleinstadt Goldbridge und arbeitet dort als Kellnerin. Doch Julian, der Sohn der Inhaber, kommt ihrem Geheimnis auf die Schliche – und verspricht, es zu wahren, wenn sie ihm Nachhilfe im Kochen gibt. Allerdings stellen die beiden schnell fest, dass sie auch ohne die Abmachung gerne Zeit miteinander verbringen …

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Die Erfindung der Hausfrau: Geschichte einer Entwertung von Evke Rulffes

In Die Erfindung der Hausfrau zeichnet Evke Rulffes die Entwicklung von der Hausmutter zur Hausfrau, „von der Herrin im Haus zur Dienerin am Mann“ (Klappentext), nach und arbeitet sich, ausgehend von der Verdrängung der Frauen aus den mittelalterlichen Zünften, in die Gegenwart vor. Ihr Anliegen ist es, bei allem historischen Wandel Konstanten und Muster aufzuzeigen, die uns auch heute noch begegnen. Dass es sich bei dem Buch jedoch um ein „Plädoyer für mehr Gerechtigkeit und Wertschätzung von Care- und Hausarbeit“ handele, wie es auf der Website des Verlags heißt (und wie auch im Buch behauptet), hat zumindest bei mir falsche Erwartungen geweckt. Denn gewiss zeigt Rulffes auf, dass Care- und Hausarbeit eigentlich zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise wertgeschätzt wurden – ein ausführlicheres, gegenwartsbezogenes Plädoyer findet sich allerdings nur auf den letzten Seiten des Buchs, und es taucht geradezu irritierend abrupt auf.

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Für immer die Alpen von Benjamin Quaderer

Johann Kaiser, Sohn eines Fotographen und Weltenbummlers, Sohn einer Mutter, die irgendwann ging und nicht mehr aufzufinden war, der irgendwann in einem Kinderheim landete und schon bald lernte, dass er seine Identität an seine Bedürfnisse anpassen konnte – musste –, Johann Kaiser, Bürger Liechtensteins, der eines Tages zum Dieb von Kundendaten einer Bank wird. Bei den darauffolgenden Prozessen geht es ihm nicht um Geld, sondern um Gerechtigkeit, und nicht zuletzt deswegen greift er zum Stift – um seine Geschichte so zu erzählen, wie sie wirklich passiert ist, nicht so, wie die Öffentlichkeit sie zu zeichnen versucht.

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