[Rezension] Eine wie Alaska – John Green

Originaltitel: Looking for Alaska


In Miles Leben ist nicht viel los. Er hat nicht wirklich Freunde, liest dafür umso mehr Biografien von verschiedenen Schriftstellern, sammelt deren letzte Worte. Weil er sich auf die Suche nach dem großen „Vielleicht“ begeben will, bringt er seine Eltern dazu, nach Alabama auf das Internat Culver Creek zu gehen. Dort trifft er auf Chip – „Der Colonel“ genannt -, Takumi und auf Alaska. Alaska, die anders ist als alle Mädchen, und er verliebt sich heillos in sie.
„Der Mensch, glaubte ich, braucht Sicherheit. Er erträgt die Vorstellung nicht, dass der Tod nichts sein soll als ein großes schwarzes Nichts, er erträgt den Gedanken nicht, dass seine Liebsten aufhören zu existieren, er kann sich nicht vorstellen, selbst einmal nicht mehr zu existieren. Am Ende, schloss ich, glauben die Menschen an ein Leben nach dem Tod, weil sie das Gegenteil nicht ertragen können.“
(Eine wie Alaska, S. 138 Z. 19-26)
Nachdem ich Das Schicksal ist ein mieser Verräter gelesen habe, wollte ich mehr. Mehr von John
Green, denn ich war mir ziemlich sicher, dass seine anderen Bücher alles andere außer schlecht sind. In einem Kommentar wurde mir dann u.a. „Eine wie Alaska“ von John Green empfohlen, und wie das Schicksal es wollte, habe ich das die Woche darauf in der Schulbibliothek gefunden. Ich muss zugeben, dass ich wahrscheinlich weitere Bücher von John Green nicht kaufen werde, jedenfalls nicht auf Deutsch, da seltsamerweise beinahe überall Füße drauf sind. Ich finde das irgendwie unheimlich o.O und wenn ich mir welche anschaffe, dann entweder „Tage wie diese“ oder „Will & Will“ oder einfach auf Englisch. XD (Ich erinnere mich außerdem an ein Interview. Die Frage war, was er zum Cover von „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ meine. Seine Antwort: „Man hat mich gefragt, was ich will. Und ich sagte: Alles außer Füße.“ Womit er so ziemlich meine Meinung vertritt.) 
Okay, genug geplappert. Ich sollte wohl endlich mal anfangen. ;D Hätte ich bloß den Klappentext des Buches gelesen, (und würde ich John Green nicht kennen) hätte ich wohl kaum danach gegriffen. Es klingt ziemlich unspektakulär und seien wir ehrlich – die Idee ist auch unspektakulär. Trotzdem kann John Green wieder beinahe auf voller Linie überzeugen.
Der Schreibstil hüllt einen ein, denn John Green scheint in jeder Situation die richtigen Worte zu finden: Worte, über die man eine Weile nachdenkt, die einem im Gedächtnis bleiben und für mich einfach pure Kunst darstellen.
Die eigentliche Hauptattraktion sind aber die Charaktere. Allen voran natürlich Miles, der im Buch überwiegend „Pummel“ genannt wird. Das nicht wegen seiner breiteren Körperproportionen, sondern wegen dem genauen Gegenteil. XD Er ist ein Charakter, der ein Kunstwerk in sich selbst ist: Schon allein mit seiner Eigenart, letzte Worte zu „sammeln“, ist er mir sehr sympathisch geworden. So geht es mit sämtlichen Charakteren weiter – „Der Colonel“, der seine Nase gerne in den Atlas steckt, und natürlich Alaska. Alaska, die ein Rätsel, ein Mysterium für sich selbst ist. Ein Mädchen, das auf der einen Seite nur vor Weisheit sprüht und auf der anderen pure Verzweiflung verbreitet.
Leider ist es mir am Anfang ziemlich schwer gefallen, von dem Buch mitgerissen zu werden: Es war einfach ein wenig zu langweilig, mir sind zu wenige Dinge passiert und es hat eine Weile gedauert, bis mich die Aktionen von Miles und den anderen mitreißen konnten, aber ich habe nicht erwartet, dass noch etwas Weiteres passiert. Da ich mich aber mit den Charakteren angefreundet habe, fand ich das nicht weiter schlimm. Doch ich wurde überrascht – von einer plötzlichen Wendung, die ich nie erwartet hätte. Eine Wendung, die mich wirklich zu Tränen gerührt hat.
Nach Beendung des Buches sehe ich mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge darauf: Es fühlt sich an, als hätte ich ein Stück von mir selbst zurückgelassen, dafür aber auch eine große Menge wundervoller Wörter mitgenommen. Das Buch ist in meinen Augen pure Kunst und strömt wieder von Zitaten über, die ich selber gerne von mir gegeben hätte. Und vor allem von Charakteren, die ich selber gerne kennen gelernt und mit denen ich liebend gern Zeit verbracht hätte.
„Eine wie Alaska“ ist ein Buch, das einen nicht mehr so schnell loslässt. Es ist „typisch“ John Green und besticht durch großartige Charaktere, die nicht einfach 0815 sind, sondern ein Kunstwerk für sich selbst. Man leidet und freut sich mit den Charakteren, man weint, man lacht. Ein tolles Buch über lieben und geliebt werden, verlassen und verlassen werden. Einzig am Anfang schleppt es sich ein bisschen, aber ansonsten kann ich es nur empfehlen!
Titel: Eine wie Alaska

Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: dtv
Reihe: –
Preis: 8,95€
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2 Kommentare

  1. Kenn ich 🙂 Wenn du dir unsicher bist, lies doch einfach mal auf Amazon rein, oder hast du vielleicht auch eine Möglichkeit, dir es auszuleihen? 🙂

    Liebe Grüße,
    Bella

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