[Rezension] Magic Diaries: Magische Sechzehn – Marliese Arold

Victoria, Stella und Mary-Lou sind alle drei ganz normale Mädchen. Bis sie feststellen, dass sie alle drei magische Fähigkeiten haben. Victoria wacht plötzlich in der Zukunft auf, hat ein Tattoo, kann sich aber nicht erinnern, es gestochen zu haben. Stella merkt, dass sie mit ihrer Gedankenkraft andere Leute manipulieren kann. Und Mary-Lou kann auf einmal mit ihrem toten Bruder reden. Wenn sie jetzt nur noch wüssten, wieso ausgerechnet sie drei diese Fähigkeiten haben…

Ich war ziemlich froh, als ich das Buch bei Blogg dein Buch gewonnen habe. Zum ersten Mal Glück gehabt! 🙂
Ich bin ziemlich unvorgenommen an das Buch rangegangen und konnte wirklich gut reinlesen. Der Schreibstil ist vielleicht wirklich ziemlich einfach, dafür kann man ihn aber auch ziemlich flüssig lesen. Was mir allerdings gleich anfangs aufgefallen ist: Alle drei Mädchen scheinen irgendwie eine typisch dramatische Vergangenheitsgeschichte zu haben. Victorias Dad hat ihre Mutter für ein fünfundzwanzigjähriges Model verlassen, Stella hat rausgefunden, dass sie adoptiert ist und Mary-Lous Bruder ist bei einem dramatischen Unfall ertrunken. Dafür ziehe ich zwar nichts ab, aber ich war schon sehr skeptisch. Ich finde, dass so etwas schnell unnötig und überzogen wirken kann.

Die Charaktere sind meiner Meinung nach nicht so dreidimensional geworden, wie sie hätten sein wollen. Zwar haben sie alle eigene Charaktereigenschaften: Victoria ist leidenschaftlicher Gothic, Stella betreibt Parkour und liest gern Splatterromane und Mary-Lou ist angeblich total gut im Hacken von Computern. (Bewiesen hat sie es in dem Buch nie, aber es wurde mehrmals erwähnt.) Zwar ist das gut und schön und nicht das Übliche, was man sonst so immer liest, aber manchmal schien es einfach so, als hätte die Autorin einfach eine Handvoll Charaktereigenschaften genommen und sich gesagt: Okay, geben wir einfach der Protagonisten diese Charaktereigenschaft, das passt schon irgendwie. 

Hinzu kommt, dass die Charaktere sich ihrem Alter nicht angemessen verhalten. Sie wirken oft jünger und man merkte, wie verzweifelt die Autorin sich bemühte, „jugendliche“ Charaktere zu erschaffen. Letztendlich wirkten alle drei stellenweise (!, nicht immer) mehr wie 12-Jährige. Außerdem wurden immer solche Wörter wie „No“ oder „Strange“. Da ich mich selbst in der Altersgruppe der Protagonistinnen bewege, kann ich zwar sagen, dass man durchaus mal solche Wörter sagt, aber in dem Buch waren sie völlig fehl am Platz, da der Schreibstil und die Art und Weise, wie die Protagonistinnen sich sonst ausdrückten, mehr neutral, steril wirkte.
Die Idee finde ich ziemlich gut, da sie im Laufe des Buches erst aufgedeckt wird, kann ich nicht genauer draufeingehen, aber das ist so ein Hauch Fantasy und nicht zu abgedreht – das hat mir persönlich gut gefallen, wie sich die Autorin das gedacht hat!
Womit wir schon wieder zu meinem Problem kommen… die Auflösung dieser Idee. Die ist zwar schön und gut, aber so, wie die drei Mädchen draufgekommen sind, nur mit vieeel Spekulation lösbar. Des Rätsels Lösung bestand aus viel zu vielen Glücksfällen, finde ich.
Trotz allem habe ich mich von dem Buch eigentlich einen Großteil der Zeit ganz gut unterhalten gefühlt.
Was ich allerdings noch sagen muss: Die Gestaltung ist wirklich toll gelungen! Das Cover allein schon ist schön (auf dem Bild sieht man das nicht, aber in echt glitzert die Oberfläche) und die Seitengestaltung ist richtig toll! Ein Blickfang ist es allemal. 😉 Und ein mMn richtig süßes, kleines Detail: die drei Mädchen, die man auf dem Cover sieht, sind tatsächlich die drei Mädchen. Victoria mit einer Art Umhang, der auf Gothic hindeutet, dann Stella, groß schlank und Locken und dann Mary Lou, ein wenig kleiner mit ihrer Kurzhaarfrisur. Ich liebe solche kleinen Details – ihr auch?

„Magic Diaries: Magische Sechzehn“ bietet ein kurzweiliges Lesevergnügen, das durchaus einige Schwächen aufweist. Die Altersempfehlung – ich habe extra nachgesehen – die 14-17 Jahre ansetzt, ist mMn fast etwas zu hoch. Ich schätze, dass das Buch ganz gut für die ist, die irgendwelche Kinder zwischen 10 und 12 Jahren im Umkreis haben, die bisher noch nicht so recht etwas mit dem Lesen anfangen können.
Von der Reihe ist bereits ein zweiter Teil erschienen, aber ich glaube nicht, dass ich den lesen werde. Mein Schülerbudget ist leider begrenzt. 😀 Trotzdem kann ich an dieser Stelle weder ein direktes Empfehlen noch ein direktes Nicht-Empfehlen aussprechen.

Allerherzlichsten Dank an Blogg dein Buch und arsEdition!

Titel: Magic Diaries: Magische Sechzehn
Hardcover: 240 Seiten
Reihe: 1/?
Verlag: arsEdition
Preis: 12,99€
Kaufen?

Titel: Magic Diaries: Victorias Geheimnis
Hardcover: 240 Seiten
Reihe: 2/?
Verlag: arsEdition
Preis: 12,99€

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2 Kommentare

  1. Wirklich interessant hier die ganzen Unterschiedlichen Rezensionen zu lesen (bin durch bloggdeinbuch auf Euren Blog gekommen). Das mit den Charaktereigenschaften ist leider oft so, gerade in Jugendbüchern für jüngere Mädchen – irgendwie gelingt es den Autoren nicht wirklich, sich in die Mädelns hineinzuversetzen.
    Schöne Rezension jedenfalls, ich hoffe "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" gefällt dir besser, also genauso wundersternschnuppentoll wie mir! (:

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