[Rezension] Das ist also mein Leben – Stephen Chobsky

Originaltitel: The Perks of Being a Wallflower

Charlie ist sechzehn, er ist in seinem ersten Jahr in der Highschool und hat die Probleme, die man in diesem Alter so hat: mit Mädchen, mit der Schule, mit sich selbst. Zumindest scheint es so zu sein. Doch in den Briefen, die er an einen unbekannten »Freund« schreibt, wird deutlich, dass Charlie eine ganz besondere Sicht auf die Welt hat: Er beobachtet die Menschen um sich herum, fragt sich, ob sie ihr Leben so leben, wie sie es möchten, und versucht verzweifelt, seine eigene Rolle in all dem, was wir Leben nennen, zu begreifen.
So I guess we are who we are for a lot of reasons. And maybe we’ll never know most of them. But even if we don’t have the power to choose where we come from, we can still choose where we go from there. We can still do things. And we can try to feel okay about them.
(S. 211, The Perks of Being a Wallflower)


„The Perks of Being a Wallflower“ wollte ich schon lange, lange lesen und ganz besonders, seitdem der Film raus kam (den ich nicht gesehen habe – ja, ich weiß, dass sich das widerspricht :D). Und als ich dann in England (ich war mit meiner Klassenstufe dort, erklärt meine Abstinenz Anfang März) und mich dieses Buch in der Auslage eines Buchladens angrinste, tja, da konnte ich nicht anders. Das ist auch der Grund, wieso das Zitat da oben englisch ist. 
Gleich vom Anfang wird klar, dass das nicht einfach eine stinknormale Erzählung ist: Charlie schreibt an einen Freund, der das ganze Buch über nicht namentlich genannt wird, in immer neuen Briefen und berichtet aus seinem Leben. Man merkt auch sofort, dass das Buch von seiner poetischen Sprache, seinen wunderbaren Worten und weisen Zitaten lebt. Ich schwöre euch, ich hätte dort oben auch mindestens zehn weitere gute Zitate hinklatschen können, ich hatte zeitweise das Gefühl, dass ich all diese wunderbaren Sätze in mich aufsaugen muss und etwas genauso Intelligentes und Wunderbares von mir geben muss.
So wird es, auch wenn Charlie meistens „nur“ von seinem Leben erzählt und das nicht immer auf 180 läuft, das ganze Buch über nicht langweilig. Wie gesagt, ich hing förmlich an dem Schreibstil.
Außerdem dreht es sich im Buch auch nicht selten um Musik und Bücher, die Charlie von seinem Lehrer zu lesen bekommt. Wie kann man da NICHT interessiert sein?! 😛
Leider muss ich nun zu einem großen Aber ausholen, denn ich muss gestehen, ein Problem mit dem Protagonisten selbst gehabt zu haben: Charlie und ich, wir kamen nicht so ganz klar. Schon auf den ersten Seiten zeigt sich, dass Charlie oft weint und (denkt jetzt bitte nicht, dass ich etwas aufs Weinen reduzieren würde, aber es war für mich echt nicht stimmig, sondern mehr seltsam) zeigt auch sonst immer sehr, sehr seltsame Verhaltenszüge auf. 
Wisst ihr, es gibt Bücher wie zum Beispiel die von John Green, die einfach weise sind und berühren wollen, und es fällt mir wirklich schwer, das in Worte zu fassen, weil ich fast ein schlechtes Gewissen habe, das Buch so zu kritisieren. Naja, es gibt diese Bücher – Bücher, bei denen man schon beim Lesen das Gefühl bekommt, dass man sie lieben muss, und hinterher liebt man sie auch, und genau das Gefühl hatte ich, als ich anfing zu lesen, aber als ich aufhörte, musste ich feststellen, dass es wohl doch nicht so war.
Ich muss nun allerdings auch einwenden, dass es für Charlies Verhalten eine Erklärung gibt: allerdings ist sie so versteckt, dass sie erst im Epilog versteckt ist und ja, wirklich versteckt: Ich habe sie nämlich nicht gesehen, sondern wurde letztendlich von einer Freundin drauf aufmerksam gemacht. (Und glaubt mir, ich mag ja manchmal echt auf dem Schlauch stehen, aber ich bin nicht die Einzige, die den Epilog nicht verstanden hat und googlen musste. :’D)
Wenn ich jetzt also im Nachhinein auf das Buch blicke, sehe ich eine wunderbar weise, intelligente Erzählung, die wirklich deutlich Potenzial hat, in mein Herz aufgenommen zu werden, (meine Güte, diese Rezension hört sich schon jetzt so doof an, ich glaub, ich veröffentlich sie und guck sie dann nie wieder an, sonst muss ich mich schämen :D) ABER ich würde mir falsch vorkommen, würde ich dem Buch jetzt volle Punktzahl geben, weil ich mich einfach während dem Lesen nicht so wohl gefühlt habe, wie ich es gern getan hätte.
Das soll jetzt nicht heißen, dass ich keine Empfehlung ausspreche – denn ich bin mir ganz, ganz sicher, dass viele Leute da draußen das Buch lieben werden, nur ich und The Perks of Being a Wallflower haben uns zur falschen Zeit getroffen.
„Das ist also mein Leben“ ist ein wundervolles, poetisches Buch, das auf jeder Seite, die man aufschlägt, mit einem weiteren berührenden und nachdenklich machenden Zitat daher kommt. Leider haben das Buch und ich uns auf dem falschen Fuß kennen gelernt – was nicht heißen soll, dass es schlecht ist! Ich spreche eine klare Empfehlung vor allem an die aus, die auch die Bücher von John Green gerne gelesen haben.
Titel: Das ist also mein Leben

Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Reihe: –
Preis: 12,99€
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4 Kommentare

  1. Das Buch ist eins meiner lieblingsbücher, natürlich auf englisch;) aber mit dem Epilog hast du wohl recht… Ich hab's verstanden, versteh aber was du meinst:) im Film wird es ja auch nochmal deutlicher gezeigt. Den kann ich dir auch sehr empfehlen, sollte man sich aber auch auf englisch angucken 😀

  2. Hi :3 ihr zwei.

    Also ich habe dieses Buch schon vor LANGER Zeit das erste mal gelesen (auf Englisch… Weil deutsche Übersetzungen manchmal … nicht das Wahre sind).
    Und es is tmein absolutes Lieblingsbuch!! Ich werde mir auch morgen ENDLICH ein Zitat tattowieren lassen (bzw ein Schlüsselwort des Romans).
    Ich habe auch von einer anderen Freundin gehört, das sie es nicht verstanden hat, was er nun wirklich hat. Und das es nicht einzig und allein an seinem verstorbenen Freund hängt, sondern etwas ganz anderes ist.
    Ich habe es schon mittig/vorn am Ende vermutet was da passiert ist… Wurde dann noch VOR dem Epilog bestätigt in meiner Vermutung.
    Ich liebe Charlie, Sam und Patrick.
    Ich habe jede einzelne Seite mit Charlie mitgefühlt.
    Aber jeder hat einen anderen Geschmack bei Büchern.
    Trotzdem schöne Rezension.
    Liebe Grüße
    Patty :3

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