[Rezension] Soul Seeker: Vom Schicksal bestimmt – Alyson Noël

Originaltitel: Soul Seekers: Fated


Daire führt alles andere als ein normales Leben. Weil ihre Mutter Visagistin ist, reist sie um die Welt, trifft Stars, wie es kein anderer tut. Aber das ist nicht alles: Daire hat Visionen. Sie sieht Krähen auf sie zu stürzen, wie sie verfolgt wird, schreckliche Dinge. Sie kriegt diese Visionen nicht in den Griff, und als sie eines Tages komplett ausrastet, spitzt sich die Situation zu. Niemand kann ihr helfen, keine Medikamente schlagen an. Sie soll sogar in eine Psychiatrie – bis ihre Mutter sie zu Daires Großmutter bringt. Auch wenn beide von dieser seit dem Tod von Daires Vater nichts mehr gehört haben, ist es der letzte Ausweg.
Wohl oder übel geht Daire zu ihrer Großmutter Paloma – und erfährt dort ihre wahre Bestimmung…
Grundsätzlich mag ich Geschichten, in die man direkt hineingeworfen wird und man sich selber erst mal orientieren muss, bevor man den Protagonisten so ganz folgen kann. In „Soul Seeker: Vom Schicksal bestimmt“ hatte ich auch erst mal gar keinen Plan, denn plötzlich, kaum dass man das Buch aufgeschlagen hat, landet man in Marokko, erfährt von Daires Leben, das ähnlich dem eines Nomaden ist.
Der Einstieg ist nicht unbedingt schlecht gelungen, doch schon da wurde es oft ziemlich schnell verwirrend. Daires Visionen werden zwar eingeführt und es wird erwähnt, dass sie diese schon öfters hatte, aber Details oder Dinge, wie sie damit umgeht, werden nicht erwähnt.
Darauf begierig, mehr zu

erfahren, habe ich weitergelesen. Das ist mir nicht schwer gefallen, denn der Schreibstil der Autorin ist schlicht, aber dennoch ziemlich gut und flüssig. Man kann sich das, was sie beschreibt, gut vorstellen.

So vergingen die ersten hundert Seiten. Die Charaktere, hauptsächlich Daire und ihre Mutter Jennika, werden eingeführt. Das Verhältnis zwischen Daire und ihrer Mutter ist zwar gut, aber dennoch nicht gerade unkompliziert. Denn Jennika weigert sich, Daires Visionen wahr zu haben – ihr wäre es lieber, würde ihre Tochter sich betrinken und deshalb Geister sehen, anstatt sich einzugestehen, dass Daire vielleicht geholfen werden muss.
Nach diesen paar Seiten und Daires Ausraster, gibt es plötzlich eine Art Sprung. Nachdem sie bei ihrer Großmutter angekommen ist, ist es plötzlich so, als würden Teile der Geschichte fehlen. Rebelliert Daire am Anfang noch, kommt sie plötzlich super gut mit ihrer Großmutter klar. Auf einmal weiß sie alles über sich, ihre Bestimmung – nur ohne, dass jemand anders dabei ist. Auch der Leser nicht. Ich weiß nicht genau, wie ich das beschreiben soll, aber es ist fast so, als hätte Alyson Noël Daire und von mir aus auch Paloma Informationen über die Geschichte gegeben, doch den Leser lässt sie außen vor. Es ist wie vor einer verschlossenen Tür zu stehen: Ich kam so nicht ganz in die Geschichte rein, nicht ganz mit dem Geschehen mit. Schließlich weiß ich nichts Genaues über Daire, ihre Bestimmung – das ist frustrierend, und mir unerklärlich. Vielleicht schafft der Folgeband Abhilfe?
Das, was man von der Idee hinter Soul Seeker erkennt, ist gar nicht so schlecht. Es ist nicht wirklich etwas Neues, und natürlich gibt es auch das klassische Liebesdreieck, aber grundsätzlich wäre es eine Story, aus der sich was machen lässt!
Jetzt, wo ich die Liebe angesprochen habe, muss ich leider auch meinen nächsten Kritikpunkt nennen… Die Beziehung zwischen Daire und Dace, den obligatorischem Typ aus den Träumen.^^ (Ihr wisst schon, kommt heutzutage leider ziemlich oft vor.) Ich hatte mich schon am Anfang des Buches gefragt, wann diese sich endlich aufbaut, aber es dauerte ziemlich lange, bis der werte Herr überhaupt einmal auftauchte. Dann geschah ewig nichts und auf einmal – bumm! Ich weiß nicht, was die beiden gemacht haben, oder wie so auf einmal beschlossen, sich zu lieben – ich war nicht dabei…
Das ist sehr schade, denn ich glaube gar nicht, dass die Protagonisten und die Charaktere im Allgemeinen so schlecht sind. Ich hoffe einfach, dass sie in den Folgebänden noch etwas mehr ausgeleuchtet werden, hier und da Ecken und Kanten bekommen. Denn die Geschichte HAT Potenzial und daher schließe ich es nicht aus, den zweiten Band anzurühren!
„Soul Seeker: Vom Schicksal bestimmt“ ist ein mittelmäßiger erster Band. Die Autorin scheint zwar irgendetwas im Hinterkopf zu haben, nur der Leser darf nicht wirklich an dem Geschehen teilhaben. Viele Dinge geschehen, ohne dass es ganz klar wird, was da jetzt gelaufen ist. Es fehlen eindeutig die Informationen! Trotzdem war das Buch recht angenehm zu lesen, denn Spannung war da. Ich bin mir sicher, dass die Reihe Potenzial hat – und gespannt, ob das in den Folgebänden genutzt wird…
Titel: Soul Seeker: Vom Schicksal bestimmt

Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Goldmann
Reihe: 1/4
Preis: 9,99€
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