[Blogtour] Warum Illuminae kein klassisches YA/Sci-Fi ist

Herzlich Willkommen zu meinem Beitrag der großen Illuminae-Blogtour! Zum ersten Mal habe ich das Buch vor mittlerweile über einem Jahr gelesen (und rezensiert) und war damals schon hin und weg – deshalb freue ich mich umso mehr, euch heute weitere Gründe zu nennen, warum dieses Buch einfach alle Regeln bricht und etwas ganz Grandioses daraus macht.
👾 Illuminae. Die Illuminae-Akten_01 erscheint am 13.10.2017 bei dtv 👾
Bevor ich darlege, weswegen Illuminae kein klassisches Young Adult/Science-Fiction-Werk ist, noch ein kleiner Disclaimer: Natürlich gibt es nicht das YA/Sci-Fi-Paradebeispiel. Aber ich möchte euch mit diesem Beitrag zeigen, dass Illuminae viele Sachen, die in letzter Zeit oft an Jugendliteratur kritisiert werden, einfach richtig macht. Lasst uns ohne weitere Umschweife loslegen:

Illuminae macht Science-Fiction zugänglich

Ich weiß nicht, wie’s euch geht, aber ich habe ordentlich Respekt vor Science-Fiction. Es gibt fremde Planeten, riesige Raumschiffe und allerlei komplizierte Technik – drei Aspekte, die geballt ganz schön schnell überwältigend wirken können.
Wie ihr vielleicht schon bei Jule gelesen habt, ist das Erzählformat von Illuminae unglaublich originell: Die Geschichte von Kady und Ezra wird in Interviews, Berichten und Akten erzählt. Und zwischen all dem finden sich auch Pläne von den Raumschiffen, genauere Erläuterungen von Ärzten und vieles mehr. All das, was vorher nur mit Worten vermittelt wurde, vermittelt Illuminae auch visuell – die Hypatia und die Alexander entstehen im wahrsten Sinne des Wortes vor den Augen der LeserInnen. „Ich habe keine Ahnung, wie ich mir das vorstellen soll“ oder „Science-Fiction ist so kompliziert“ gehören der Vergangenheit an!

Kady und Ezra befinden sich in einer realistischen Beziehung

… okay, zugegeben, ganz so rosig läuft es bei den beiden nicht. Zu Anfang des Buches haben sie sich gerade getrennt, aber das ändert nichts daran, dass sie etwas abbilden, das man meiner Meinung nach sehr selten in Young Adult sieht: eine gesunde Beziehung. Eine realistische Beziehung, die aus zwei Partnern besteht, die sich in die Haare kriegen, aber auch zusammenarbeiten können, wenn es darauf ankommt, und sich auf Augenhöhe begegnen.
Dass bei dem Weltraumkrieg die Romantik etwas in den Hintergrund gerät, ist verständlich – aber die Momente, die Kady und Ezra allein gehören, schätzt man dadurch als LeserIn nur noch mehr.

Jugendliche reden wie Jugendliche

Keine Ahnung, wie oft ich schon die Augen verdreht habe, wenn Minderjährige in Büchern sprechen, als hätten sie heimlich eine Enzyklopädie in der Hosentasche. Auch hier beweisen Amie Kaufman und Jay Kristoff, dass das anders geht: Kady und Ezra unterhalten sich nicht grammatikalisch und rechtschreibtechnisch einwandfrei und drücken sich nicht immer gewählt aus. Ihre Chatverläufe sind gerade in ihrer Unperfektheit unglaublich authentisch – und sagen damit so einiges über ihre Persönlichkeiten aus.

Kady ist eine Hackerin … die hackt

Das sollte ich vielleicht etwas erklären: Ich finde es unglaublich cool, wenn ProtagonistInnen ein weniger konventionelles Hobby haben. Aber viel zu oft sind mir Bücher begegnet, in denen die Prämisse grandios war, das Hobby oder die Beschäftigung aber schnell untergegangen ist oder nicht weiter erwähnt wurde.
In Illuminae hingegen wird nicht nur von Anfang an klar gemacht, dass Kady eine gewisse Affinität allem Technischen gegenüber hat … sie wird auch immer wieder in Aktion gezeigt und beweist, wie gut sie ist. Und allein dafür liebe ich dieses Buch um noch einiges mehr. Ich hoffe, ihr auch!

Das Gewinnspiel

Neben dem Gewinnspiel von dtv – hier findet ihr den ersten Hinweis – könnt ihr auch im Zuge unserer Blogtour drei Mal je ein Exemplar von Illuminae gewinnen. Pro Beitrag könnt ihr mit eurem Kommentar und der Beantwortung der Gewinnspielfrage je ein Los sammeln. Das Gewinnspiel endet am 17.10.2017 um 23:59 Uhr.

Welches YA/Sci-Fi-Klischee könnt ihr nicht mehr lesen?

Gewonnen haben Büchersalat, Isabelle W. und Pandabooklove – herzlichen Glückwunsch! Bitte meldet euch innerhalb von 72 Stunden mit eurer Adresse bei Elli (elli@buchhaim.com).

Teilnahmebedingungen: 
1. An der Verlosung teilnehmen darf jeder mit einem Wohnsitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz, der auf einem der teilnehmenden Blogs in den Kommentaren die oben genannte Frage beantwortet. 
2. Ihr müsst 18 Jahre alt sein oder die Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten haben.
3. Eine Auszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Ihr seid damit einverstanden, dass euer Name bei der Gewinnerverkündung genannt wird. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 
4. Die Verlosung läuft vom 03.10.17 – 17.10.17, die Gewinnerverkündung findet hier auf den jeweiligen Blogs statt. Ihr habt daraufhin Zeit, euch innerhalb von 72 Stunden bei Elli (elli@buchhaim.com) zu melden – geschieht dies nicht, losen wir erneut aus. Daher ist es dringend ratsam, eine Mailadresse zu hinterlassen! 
5. Der Verlag erhält für die Versendung des Gewinns euren vollen Namen und eure Adresse.

Ihr könnt gar nicht genug von Illuminae kriegen? Julias Beitrag gestern beinhaltete eine fantastische Kurzgeschichte mit AIDAN, und wenn ihr sie noch nicht gelesen habt, rate ich euch, das dringend nachzuholen! Morgen geht es bei Tati von Bücherquatsch weiter.

22 Kommentare

  1. Huhu 🙂

    An Sci-Fi habe ich mich bisher noch nicht oft herangetraut, eben weil ich Angst habe, dass ich die Welt nicht verstehe. Deshalb finde ich die Gestaltung von "Illuminae" großartig! 🙂
    YA lese ich auch nicht mehr so häufig, wie noch vor zwei Jahren, einfach weil die Geschichten sich immer ähneln und mir auch fast schon zu unrealistisch sind. Aus diesem Grund wäre es mal wieder schön, über eine normale Beziehung zu leen 😀

    Liebe Grüße
    Chianti

  2. Wie recht du hast. Illuminae ist echt alles andere als ein typisches YA-Buch. ♥ Besonders spannend fand ich auch echt, dass es nicht um die Liebesgeschichte geht. Es gibt sie. Und man, fiebert man mit. LEIDET MAN MIT. Aber es ist immer klar, dass der Plot darin besteht, zu überleben (gegenüber welcher Widrigkeit auch immer), und das find ich so, so, so, SO erfrischend.
    Na ja… und Aidan ist halt, whoa. Allein das "Bin ich nicht barmherzig?"/"Am I not merciful?" aus deinen Bildern versetzt mich wieder in große Illuminae-Leselust. HUH.

  3. Genau das! <3 Es ist so schön, dass kein übermäßig großes Drama darum gemacht wird, und dass die beiden ihren Überlebenskampf über ihre Beziehungsprobleme stellen. 😀
    Ich LIEBE Aidan. Und dieser Satz, meine Güte, ich möchte ihn am liebsten überall posten 😀 (Okay, das mache ich ja auch so was von.) Ich find's einfach so krass, wie es Kaufman und Kristoff gelungen ist, einer AI so eine distinktive Stimme zu verpassen.

  4. Liebe Chianti,

    das kann ich sehr gut verstehen! Vor "Illuminae" habe ich eigentlich nur Beth Revis' Godspeed-Trilogie gelesen, ansonsten hatte ich genau denselben Respekt vor Sci-Fi. Ich denke daher, dass dir "Illuminae" gut gefallen könnte – drücke dir die Daumen fürs Gewinnspiel! 🙂

    Kann ich absolut verstehen. Gerade YA-Romane, die eine Beziehung im Vordergrund haben (insbesondere, wenn es noch ein Typ mit einem Geheimnis ist), lasse ich auch meistens links liegen. Irgendwann ist man einfach ein wenig frustriert, schätze ich. 😀

    Alles Liebe,
    Isabella

  5. Ich bin auch immer noch so begeistert von Illuminae und Gemina!
    Anfangs hat es etwas gedauert, bis ich mich an den Schreibstil gewöhnt hatte, aber wenn man dann erst mal drin ist, wird das Aufhören schwer! 😀
    Jugend- oder Umgangssprache nervt mich in Büchern meistens unglaublich, aber hier hat es einfach gepasst – ich hätte auch nicht gedacht, dass mir das mal passieren würde, hms.
    Allerdings habe ich etwas Angst vorm letzten Band; bestimmt sterbe ich da tausend Tode und habe einen Heulanfall nach dem anderen! 😀

  6. Guten morgen ich muss leider auch gestehen, dass ich sci -fi nicht wirklich zugewandt bin. Dennoch interessiert mich Illuminae sehr. Ich mag grundsätzlich von liebes dreiecken nichts mehr lesen 🙂 LG julia

  7. Huhu,

    an SciFi hab ich mich bisher nicht wirklich ran getraut, deshalb kann ich dazu nicht so viel sagen 😉

    Bei Young Adult kriege ich aber z.B. bei Dreiecksbeziehungen regelmäßig das blanke Kotzen. Und bei Bad Boys. Das sind wirklich ausgelutschte Themen!

    LG,
    Rabea

  8. Ja, du hast recht – mit dem Einstieg tut man sich etwas schwer, und danach inhaliert man die restlichen Seiten förmlich. 😀 Und ich bin immer noch ganz perplex, wie die Autoren uns bei Gemina in die Irre geführt haben.
    Ich war erst überrascht, dass du normalerweise nicht gerne Jugendsprache liest, aber wenn ich darüber nachdenke, kann ich das nachvollziehen. Wenn sie vorkommt, wirkt sie doch meistens (zumindest auf mich) ziemlich gestellt. Bei Illuminae gefällt mir einfach die Authentizität, und du kannst den Charakteren immer noch gut folgen.
    Was Obsidio anbetrifft, stimme ich dir zu 150% zu – das wird heftig. 😀

  9. Hallo und vielen Dank für diesen schönen Blogtour-Tag! Zur heutigen Frage: Ich kann keine Science Fiction-Romane mehr zum Thema "erste Kontaktaufnahme/Begegnung mit Außerirdischen" lesen. Über das Thema wurde bereits so oft geschrieben, es gibt so viele Film darüber und der Einfallsreichtum hierzu hält sich sehr in Grenzen. Von solchen Büchern lasse ich deshalb die Finger.

    Viele liebe Grüße
    Katja

    kavo0003[at]web.de

  10. Halli Hallo,
    als ich deinen Beitrag grade gelesen habe, konnte ich einfach die ganze Zeit nur nicken und "Amen!" denken – du hast es so gut getroffen. Illuminae ist einfach was Besonderes und hebt sich von der Masse ab. Hast du noch andere Bücher gelesen, die sich deiner Meinung nach von der Masse abheben?
    Liebe Grüße,
    Elli

  11. Hey,

    Vielen Dank für den tollen Beitrag. Ich finde Science Fiction auch immer schwierig und man muss sich echt rantrauen, weil ja doch eine riesiger Welt auf einen zukommt. Ich mag in den YA das Dreiecksklischee gar nicht mehr! Als wenn plötzlich, soo ganz plötzlich, zwei heiße Typen auf einen stehen und man kann sich gar nicht entscheiden…

    Liebe Grüße
    Jenny

  12. Hallo,

    das klingt wirklich fantastisch! Vor Sci-Fi-Bücher schrecke ich immer ein wenig zurück, da viele sehr technisch sind und man dann als unwissender Leser mit haufenweise technischen Kram zugeschüttet wird der mehr verwirrt als informiert. Das ist immer so schade. 🙁

    Ein Sci-Fi-Klischee ist für mich, dass viele Gegenstände komplizierte, "modernde" Namen erhalten. Manchmal sogar Gegenstände die es auch bei uns gibt z.B. wurden in einem Sci-Fi-Roman einmal Handys als "Televiper" (oder so ähnlich) bezeichnet und natürlich brauchte ich fast 400 Seiten um herauszufinden, dass es einfach nur ein Handy ist. *seufz* :/

    Viele liebe Grüße
    Jasi <3

  13. Liebe Jasi,

    kann ich verstehen. Ich schleiche immer so lange um Sci-Fi-Werke rum, dass ich dann meistens tatsächlich nur nach welchen greife, die seeehr anders gestaltet sind. Aber du hast recht – es ist unglaublich schwer, dem Leser nicht zu viele Informationen zu füttern oder ihm im Gegenzug zu ratlos zurückzulassen.

    Ohje, das hört sich ja übel an! :O Das Schlimmste ist dann, wenn man sich das selbst erschließen muss und nirgends erwähnt wird, was dieser mysteriöse Gegenstand eigentlich bezweckt.

    Alles Liebe,
    Isabella

  14. Liebe Elli,

    vielen Dank, das freut mich total! 🙂 Ich wusste einfach gleich, dass ich über etwas in der Art schreiben muss, da das Thema immer viel kritisiert wird, aber man nie Beispiele zeigt, wo etwas richtig gemacht wird.

    Spontan fällt mir "The Long Way to a Small, Angry Planet" von Becky Chambers ein, sagt dir das was? Das ist ein Science-Fiction, das nicht nur ganz neue Welten und Planeten schafft, sondern auch größere Fragen wie Rasse und Sexualität anspricht. Sehr einzigartig, und es lebt von seinen Charakteren!

    Alles Liebe,
    Isabella

  15. Huhu,
    danke für den tollen Beitrag. Ihr schafft es wirklich, mir das Buch mit jedem Tag "schmackhafter" zu machen 😀
    Ich muss sagen, dass ich mich wie einige der Kommentierenden hier auch noch nicht so ganz an Sci-Fi Bücher herangetraut habe. Irgendwie habe ich immer das Vorurteil im Kopf, dass da nur so mit komplizierten technischen Begriffen um sich geworfen wird und ich die Hälfte nicht verstehen würde. Nachdem ich deinen Beitrag heute gelesen habe, denke ich, dass Illuminae da vielleicht ein perfekter Einstieg in das Genre wäre und mich von vielen meiner Ängsten und Vorurteile befreien würde:)

    Zu der Frage, welches YA Klischee ich nicht mehr lesen kann, kann ich ganz klar Insta Love sagen. Das nervt mich soooo übertrieben und ist auch meistens einfach total unrealistisch. Ich verstehe ja, dass man sich auf den ersten Blick zu einer Person hingezogen fühlen kann, aber ohne ein Wort gewechselt zu haben gleich die Liebe des Lebens gefunden zu haben… ist nicht so meins 😀

    LG Anna C
    (caanna92@gmail.com)

  16. Hallo,

    bei YA kann ich auch dieses Liebeschaos nicht mehr lesen. Das ist mittlerweile so ausgelutscht. Oder auch die naive Protagonistin. Im Sci/Fi Bereich habe ich noch nicht so viel gelesen deswegen ist es für mich alles noch sehr spannend zu lesen.

    Liebe Grüße
    Isabelle
    isabelle.wendler[at]gmx.net

  17. Hey,

    also ich hab die Nase so voll von Instant-Love und Bad Boys. Das schüchterne Mädchen hat keine Freunde, der Bad Boy kommt und macht sie runter und trotzdem verliebt sie sich in ihn, obwohl er sie verletzt! Nein danke, da gibt es schon genug davon.
    Bei Sci-Fi mag ich auch ungern dieses "die welt geht unter" szenario, in dem Junge und Mädchen zwangsweise zusammenarbeiten müssen und sich verlieben.
    Ich bin gespannt, wie die Lovestory in Illuminae dargestellt wird.

    LG (cindy1511@web.de)

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