[Rezension] Onyx: Schattenschimmer – Jennifer L. Armentrout

Achtung! Da es sich bei dem Buch um einen zweiten Teil handelt, kann die Rezension Spoiler beinhalten!


Auch wenn sie die Arum zunächst zurückgestoßen haben, ist bei Katy und Daemon noch längst nicht alles in bester Ordnung. Im Gegenteil – zwischen beiden steht etwas, das sie immer und immer weiter auseinander zu bringen scheint. Katy weigert sich, ihre Gefühle gegenüber Daemon einzustehen. Sie versteht nicht, wie er sie lieben soll, wo er sie doch am Anfang so schlecht behandelt hat, und so versinkt sie tiefer in trüben Gedanken. 
Abgesehen davon bemerkt sie Veränderungen – plötzlich fallen Dinge herunter, sie bewegt Stühle. Was passiert mit ihr? Und was hat Daemon damit zu tun? Liebt er sie wirklich?
Ich muss zwei Geständnisse machen:
1. Bis ich eben „Onyx“ gegooglet habe (für das Cover), hatte ich nicht die geringste Ahnung, wie sehr die Serie gehypt wird.
2. Ich bin froh, dass ich noch nicht schon früher an die Bücher gekommen bin. Nur wenige Tage nachdem ich den ersten Band beendet hatte, konnte mir eine Freundin den zweiten geben. (Auf den dritten Teil warten muss ich nun leider trotzdem.)
Onyx ist irgendwie harter Stoff. Und das meine ich nicht nur im metaphorischen Sinne von Onyx = harter Stein und so. Nein, ich war immer wieder überrascht und berührt von den Veränderungen, die alle Charaktere durchgemacht haben und durchmachen. Katy ist ein Wrack; tief in ihrem Selbstbewusstsein erschüttert isoliert sie sich, kann nicht glauben, was mit ihr passiert, kann sich nicht vorstellen, dass Daemon sie tatsächlich lieben könnte. Die Ereignisse haben sie verändert. Die Isolation wird noch verstärkt, als der neue Schüler Blake auftaucht und ihr sogar hilft, diese Veränderungen unter Kontrolle zu bringen. Sie trifft sich nicht mehr mit Dee, mit ihren anderen Freunden, liest nicht mehr, bloggt nicht mehr. Ich konnte Katy SO gut verstehen. Ich hatte von den Tiefen meines Herzens aus Mitleid mit ihr – ihr müsst wissen, ich mag Katy total gern. Seitdem sie uns als Buchbloggerin vorgestellt wurde und in die kleine Stadt gezogen ist, habe ich sie in mein Herz geschlossen. Mittlerweile habe ich Wind davon bekommen, dass viele diese leichten Depressionen, die Katy durchlebt, gar nicht gefallen haben – aber mal ganz im Ernst, ich hatte nur Mitleid mit dem Mädchen. Nichts als pures Mitleid, und ich wollte mir nicht ausmalen, wie es wohl wäre, in ihrer Haut zu stecken.
Daemon ist natürlich auch wieder von Anfang an mit im Spiel, doch auch er hat sich verändert. Wenn möglich, ist sein Bedürfnis, Katy zu schützen, nur noch stärker geworden, gleichzeitig entdecken wir eine andere, sanftere Seite an ihm. Ich glaube, es ist unnötig zu erwähnen, dass ich den Kerl liebe. Wer tut das nicht?
Mit Onyx kommt noch ein dritter, wichtiger Charakter ins Spiel, Blake. Da Katy sich nach etwas Normalität sehnt (wer kann ihr das schon verübeln), stellt er die vollkommene Ablenkung für sie da. Sie daten sich, aber immer hat Katy Daemon im Hinterkopf. Gleichzeitig behauptet Daemon stichfest, dass etwas mit dem Kerl nicht stimmt – aber es bleibt alles sehr verworren und unklar. Ich weiß nicht so recht, ich stand Blake immer etwas kritisch gegenüber, Jennifer L. Armentrout hat ihn als einen sehr undurchsichtigen, gleichzeitig vielschichtigen Charakter konstruiert. Gleichzeitig merkt man, dass diese Dreiecksbeziehung nur sein KÖNNTE, denn Katys Herz schlägt nicht wirklich für den Surferjungen Blake.
Diese Vielschichtigkeit existiert nicht nur bei Blake, sondern auch bei jedem Einzelnen der Charaktere – und das bringt mich zu dem Punkt, der mich unglaublich an Onyx begeistert hat. Ich habe selten ein Buch gelesen, das so viele und vor allem so viele vielschichtige Charaktere mit sich bringt! Oft hat man nur ein Gesicht, eine vage Charakterbeschreibung, und den Namen, den man nach ein paar Seiten wieder vergisst. Nicht bei diesem Buch. Jeder der Charaktere hat etwas, das ihn antreibt, verschiedene, verstrickte Motive. Und das beeindruckt. Das beeindruckt auch dann noch, nachdem man das Buch durchgelesen hat.
Der Schreibstil der Autorin bleibt genauso schlicht wie im Vorband, aber dennoch sehr bildlich und leicht zu verfolgen. An manchen Stelle hätte es ruhig etwas detaillierter sein können – meiner Meinung nach. Die Spannung, die vor allem in den letzten zwei Dritteln des Buches aufgebaut wird, ist sehr gelungen! Ich bin förmlich an den Seiten geklebt (und die, die mich stören wollten, haben ein paar böse Kommentare abgekriegt – was tut man nicht alles für ein störungsfreies Leseerlebnis), und wow, so viele Plotwenden! So viele Höhepunkte – auch wenn manche mehr oder weniger einfach zu durchschauen waren.
Ich bin begeistert. Ich will MEHR. Ich will mich in den April beamen und wissen, wie es mit Daemon und Katy weitergeht.
Onyx ist fast ein vollkommen perfekter zweiter Band, und alles andere als ein Lückenfüller! Man lacht, man weint, man bangt mit den Charakteren, und nach dem Zuschlagen des Buches will man nur eines – mehr! 
Bis auf ein paar Kleinigkeiten wie etwas unrunde Formulierungen oder Erklärungen war Onyx das pure Lesevergnügen für mich. Musthave für alle, die den ersten Teil schon mochten und von Daemon und Katy nicht die Finger lassen können!
Titel: Onyx: Schattenschimmer
Hardcover: 464 Seiten
Verlag: Carlsen
Reihe: 2/3
Preis: 19,99€
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1 Kommentar

  1. Ich liiiiiiebe das Buch einfach. Katy ist mir auch so unheimlich ans Herz gewachsen, und Daemon… hach, was soll man zu ihm schon sagen <3
    Ich habe Teil 2 auf Englisch gelesen, jetzt lese ich ihn gerade nochmal auf Deutsch, um mich eeendlich auf Teil 3 zu stürzen. Und vom Reinblättern her habe ich das Gefühl, die Serie wird immer besser und besser 🙂

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