[Rezension] Die fünfte Welle – Rick Yancey

Inhalt

Cassie Sullivan ist eine der wenigen Überlebenden. Sieben Millionen Menschen sind in den letzten vier Wellen gestorben, seit der Ankunft der Anderen, mit der auch die Vernichtung der Menschheit begann. Ihre Familie ist tot, ihr Bruder wurde mitgenommen. Auf der Suche nach ihm trifft sie auf Evan Walker – einem scheinbar perfekten Jungen, der ihre Rettung sein könnte. Doch kann sie ihm trauen?

Meine Meinung

Ich gebe es ja zu: hätte eine Freundin mich nicht auf den Trailer zu Die fünfte Welle aufmerksam gemacht, ich hätte es nicht mal in Erwägung gezogen, das Buch in die Hand zu nehmen, obwohl es schon seit Monaten durch die Blogger-Welt geistert. Es hat mich einfach nie… gereizt. Im Nachhinein ist mir das unerklärlich – aber zurück zum Anfang.
Schon bei den ersten Seiten des Buches fiel mir Rick Yanceys besondere Erzählweise auf. Nach einem anfänglich sehr verwirrenden Prolog (der am Ende des Buches seinen Sinn bekommt) werden wir gnadenlos in die Geschichte geworfen, die aus Cassies Erzählperspektive beginnt. Yancey bleibt hier aber nicht nur in der Gegenwart, sondern springt immer mal wieder mitten im Text zurück und erzählt von vorangegangen Ereignissen. 
Ich habe von vielen gelesen, dass sie von diesem Aspekt gestört/gelangweilt waren, aber ich fand es faszinierend, von einem Autor zu lesen, der sich nicht nur strikt an die „übliche“ Erzählweise hält. Es war geradezu erfrischend! Außerdem war ich verdammt neugierig, mehr über Cassies Vergangenheit und mehr über die letzten vier Wellen zu erfahren. 

Denn kurz und knapp gesagt – in meinen Augen ist Rick Yancey ein Genie. Ich finde es fantastisch, was für eine verworrene Geschichte er auf die Beine gestellt hat. Obwohl „die Anderen“ ein Großteil des Buches sehr vage bleiben, wird der Leser davon nicht abgeschreckt, sondern von den kleinen Häppchen, die Yancey einem zuwirft, angeregt, weiterzulesen. Ich habe schon lange keine Geschichte mehr gelesen, die so unvorhersehbar war. Voller Plottwists und Wendepunkte – gefällt mir!

An der Stelle noch mal zurück zu den Perspektiven: Yancey erzählt nicht nur aus Cassies Sicht, sondern unter anderem auch eines Großteil des Buches aus der von Ben Parish, genannt „Zombie“, einem Jungen, den Cassie ihr Leben lang aus der Ferne angehimmelt hat und der in einem Lager gelandet ist, in welchem er zum Soldaten ausgebildet werden soll, um die Anderen zu bekämpfen. Auch wenn man sich anfangs fragt, weshalb Zombies Geschichte so relevant für den Verlauf der Story ist, so wird alles nach und nach klarer (und es ist wieder einmal bewiesen, dass Rick Yancey meisterhaft alle Stränge auffangen und verknüpfen kann). Außerdem – wenn man mich fragt – war Zombies Perspektive mindestens so spannend wie Cassies. Er erscheint anfangs als ein sehr oberflächlicher Charakter, doch mit der Zeit wird er viel nachdenklicher, lernt zu reflektieren und wächst.
Wer denkt, dass das schon alles ist, hat sich getäuscht: im letzten Viertel des Buches wird die Geschichte plötzlich so rasant, dass man förmlich über die Seiten fliegt. Ich konnte kaum so schnell lesen, wie meine Gedanken rasten – was für ein Showdown! Auch hier muss ich wieder sagen, lange keine so packenden, actionreichen Kapitel mehr gelesen!
Die „Beziehung“ zwischen Cassie und Evan, auf die ich bisher noch nicht eingegangen bin, wird meiner Meinung nach im offiziellen Klappentext des Buches zu überspitzt/wichtig dargestellt. Sie bleibt dezent und mehr im Hintergrund – vor allem Cassie ist nicht Hals über Kopf verknallt, was wiederum sehr erfrischend ist, es macht einfach viel mehr Spaß zu lesen.
Okay, okay, an der Stelle beende ich mal meine Lobesreden – ihr habt’s vermutlich schon verstanden, Die fünfte Welle hat mich einfach begeistert. Jetzt brauche ich nur noch den nächsten Band.

Fazit

Mit Die fünfte Welle hat Rick Yancey einen fantastischen Reihenauftakt geschaffen. Die Idee und besonders die Erzählweise machen das Buch zu einem Unikat – und zu einem absoluten Lesevergnügen.
Vielen Dank an den Goldmann Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Titel: Die fünfte Welle
Taschenbuch: 496 Seiten
Goldmann Verlag
Reihe: 1/3
Preis: 9,99€

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