[Rezension] Secret Fire – Die Entflammten – C.J. Daugherty, Carina Rozenfeld

Inhalt

Taylor hat ein Ziel: es nach Oxford zu schaffen und dort Archäologie zu studieren. Dafür lernt sie nicht nur viel, sondern nimmt auch viel Extra-Arbeit auf sich. Nur ist ihr neuer Nachhilfeschüler Sacha aus Frankreich anders.
„Anders“ im Sinne von: Sacha ist verflucht. Er wird keine 18 Jahre alt werden, doch davor ist er quasi unsterblich. Und er interessiert sich für so ziemlich alles außer seinen Englischunterricht. Allerdings sind Sachas und Taylors Leben miteinander verflochten – denn Taylor könnte Sacha das Leben retten…

Meine Meinung

Endlich ein neues Buch von C.J. Daugherty! Nach der Night School-Reihe war ich ja echt gespannt auf ihr nächstes Werk. Und so viel sei vorweggenommen: ich wurde nicht enttäuscht!
Schon auf den ersten Seiten ist man mitten im Geschehen und beobachtet Sacha dabei, wie er eine Wette abschließt, fünf Stockwerke herunterspringt und quicklebendig wieder aufsteht. Sofort werden die ersten Fragen aufgeworfen – wie ist das möglich? Und was ist das für ein seltsamer Fluch?
Während der nächsten paar Kapitel kommen immer mehr Fragen hinzu, und auch der Schreibstil trug definitiv dazu bei, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. C.J. Daughertys und Carina Rozenfelds Stile schmelzen ineinander, es ist unmöglich, zu erkennen, wer was geschrieben hat. Generell liest sich das Buch so leicht wie auch Daughertys andere Bücher – was ich persönlich sehr mag.
Auch wenn der Schreibstil eher schlicht gehalten ist, kreierte er doch lebendige Bilder vor meinem inneren Auge. Ich liebte die Darstellung Englands und ganz besonders die Frankreichs. Ich hatte bereits das Glück, beide Länder zu besuchen, und war begeistert von der Atmosphäre in Secret Fire (und bekam, zugegeben, ein bisschen Fernweh).
Inmitten dieses Settings spielt Sachas und Taylors Geschichte, die jeweils aus der Sicht der beiden in der dritten Person erzählt wird. Sie sind quasi Gegensätze in Person: Taylor, die folgsame, fleißige Schülerin – Sacha, der schwankt zwischen Verleugnung und Akzeptanz seines nahenden Todes und immer noch mit dem Tod seines Vaters kämpft. 
Als die beiden sich das erste Mal treffen, – und schon vorher bei diversen Chats – ist die Harmonie zwischen den beiden unübersehbar. Und gerade das schätze ich an ihnen: die Chemie, die sich Stück für Stück zwischen den beiden entwickelt. Gerade zum Ende hin wurde diese immer stärker, ohne die Beziehung unangemessen schnell wachsen zu lassen, und ich freue mich schon darauf, zu sehen, was die beiden in Band 2 erwartet.
Allerdings muss ich zugeben, dass ich Sacha wesentlich lieber als Taylor mochte. Ich hatte nämlich manchmal das Gefühl, dass Taylor Adjektive zugeordnet wurden, denen sie sich nicht gemäß verhielt. Sie bekam zahlreiche Auszeichnungen für Ehrenämter, ist aber gerade in der ersten Hälfte des Buches öfters unfreundlich und teilweise abweisend.
Dafür machte es mir umso mehr Spaß, über Sacha zu lesen. Woran genau das lag? Ich weiß es nicht. Vermutlich, weil er tendenziell ein… dunklerer Charakter ist. Diese Zerrissenheit macht ihn einfach unglaublich reizvoll zu lesen, diese Balance zwischen Leben und Tod, mit der er spielt. Ich bin wirklich – wie bereits gesagt – gespannt, was die Geschichte noch für diese beiden bereithält.
Es gab noch ein paar weitere kleine Aspekte, die mich gestört haben. Zum Einen die Übersetzung (aber das hatte ich bereits hier und hier angesprochen) – ich kann es einfach nicht leiden, wenn ich mitten im Text Wörter wie „relaxed“ oder „trendy“ entdecke. Ich hatte stellenweise bei Secret Fire – Die Entflammten einfach das Gefühl, man würde zwanghaft versuchen, Jugendsprache nachzuahmen (und dabei scheitern).
Ein bisschen schade fand ich auch, dass die Nebencharaktere stellenweise etwas blass blieben. Es gibt eine Ausnahme (Louisa – eine supercoole, toughe Frau, über die ich nicht viel erzählen kann, ohne zu spoilern), aber gerade Sachas und Taylors Familien waren auffällig oft „nicht da“ oder „in der Schule“.
Zuletzt gab es ein paar inhaltliche Durststrecken im Buch. Wie bereits gesagt, ist der Schreibstil super angenehm, deshalb ist das auch nicht weiter aufgefallen – aber hin und wieder beschlich mich das Gefühl, dass versucht wurde, die Geschichte unnötig in die Länge zu ziehen.
Das hört sich allerdings viel zu negativ an – im Großen und Ganzen hat mir Secret Fire – Die Entflammten wirklich gut gefallen. Gerade die Idee, die letztendlich hinter all dem steckt, finde ich sehr cool und originell. Außerdem hatte das Buch ein paar Wendungen drinnen, die ich definitiv nicht kommen gesehen habe, und gerade Sachas Entdeckungen im Laufe des Buches haben mich in ihren Bann gezogen.
Um es kurz zu fassen: alles in Secret Fire – Die Entflammten hat mich verdammt neugierig gemacht, wie Sachas und Taylors Geschichte wohl weitergehen mag. Ich bin wirklich gespannt, was C.J. Daugherty und Carina Rozenfeld sonst noch in petto haben!

Fazit

Mit Secret Fire – Die Entflammten haben C.J. Daugherty und Carina Rozenfeld einen faszinierenden Auftakt geschaffen. Besonders die Idee und die Atmosphäre des Buches haben mich völlig in den Bann gezogen. Ich bin gespannt auf Band 2!
Danke an den Oetinger Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Titel: Secret Fire – Die Entflammten (The Secret Fire)
Hardcover: 448 Seiten
Verlag: Oetinger
Reihe: 1/?
Preis: 18,99€
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