Monatsrückblick September 2018

Dieser September hat mir bewiesen, dass es anscheinend möglich ist, offiziell Semesterferien zu haben und inoffiziell fast so ausgelastet zu sein wie während des Semesters. Die ersten paar Tage verbrachte ich damit, meine Hausarbeit fertigzustellen. Immerhin flog ich gegen Ende des Monats für vier körperlich anstrengende, aber mental sehr erholsame Tage nach Oslo. Was dazwischen passiert ist, weiß ich nicht so genau. Ich habe nicht viel überdurchschnittlich viel gelesen oder gebloggt, geschrieben auch nicht. Ein Freund und ich haben den Podcast queerverweise gegründet, den ihr u.a. auf Spotify und iTunes findet, und da floss doch einiges an Zeit rein, ebenso wie in die Website, die ich für meinen Webdesign-Kurs coden musste. Aber irgendwie fühlt sich es immer noch so an, als wäre mir gehörig viel Zeit einfach verloren gegangen. Jetzt steht mein fünftes Semester vor der Tür, oder zumindest im Treppenhaus, und ich hoffe inständig, zumindest die ersten paar Oktobertage noch etwas entspannen zu können.

Genug zu meiner üblichen Verwirrung – schauen wir uns lieber mal die Bücher an, die ich im September gelesen habe:

1) Vox – Christina Dalcher (3,5/5)
Hier konnte ich nicht am Hype vorbei, obwohl ich von vornherein damit rechnete, dass ein paar der Kritikpunkte der anderen RezensentInnen auch mich stören würden. Tatsächlich hatte ich dann einen ganz anderen Kritikpunkt – im Großen und Ganzen hat mich das Buch dennoch sehr beeindruckt, und ich bin froh, es gelesen zu haben.

2) Der Bruder des Wolfs – Robin Hobb (4/5)
Hiervon hatte ich knapp die erste Hälfte schon im August gelesen; der zweite Band gefiel mir nicht ganz so gut wie der erste, aber immer noch ziemlich gut. (Bei Hobb liegt die Messlatte ja schon recht hoch.) Ich hoffe, im Oktober den dritten Band zu lesen und meine erste Hobb-Trilogie abzuschließen. Dann wird auch hoffentlich eine Rezension zu allen drei Bänden folgen.

3) The Monsters We Deserve – Marcus Sedgwick (4/5)
Eines der einzigartig-seltsamsten Bücher, das ich jemals gelesen habe; ausführlichere Gedanken folgen.

4) Constellation: In ferne Welten – Claudia Gray (4/5) Rezensionsexemplar
Hat mir nicht ganz so gut wie der erste Band gefallen, aber mich dennoch im Großen und Ganzen sehr gut unterhalten. Gray gehört definitiv zu meinen liebsten Sci-Fi-AutorInnen.

5) Sourdough – Robin Sloan (4/5)
Dieses Buch hatte ich spontan in der Buchhandlung mitgenommen und dann innerhalb weniger Tage inhaliert – es macht einfach so, so glücklich und zelebriert das Leben und alles, was dazugehört. Ich muss unbedingt mehr von dem Autor lesen.

6) Nachtzug nach Lissabon – Pascal Mercier (4/5)
Ich hatte aus heiterem Himmel das Bedürfnis, nach diesem Buch zu greifen, obwohl es seit zehn Monaten auf meinem SuB lag. Zwischendrin verlor mich die Geschichte ein wenig – oder ich die Geschichte –, aber abgesehen davon war es eine unglaubliche Leseerfahrung. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es mir beim zweiten Lesen noch besser gefallen würde (insbesondere, nachdem ich den Film gesehen und dadurch festgestellt habe, was ich an dem Buch alles schätze). Wenn ihr leise, aber wortmächtige Geschichten mit Liebe zum Detail liebt, ist Nachtzug nach Lissabon vermutlich perfekt für euch.

7) This Monstrous Thing – Mackenzi Lee (3/5)
Sagen wir es so: Lee ist als Autorin definitiv gewachsen. Ausführlichere Meinung folgt auch hier.

Darüber hinaus habe ich ganze drei Bücher angefangen: NSA von Andreas Eschbach, von dem ich etwas weniger als die Hälfte gelesen habe und das ich liebe (insofern man ein Buch mit dieser Thematik „lieben“ kann); Odd One Out von Nic Stone, von dem ich 30% gelesen habe und das perfekt für Zwischendurch ist; und dann habe ich bisher ein Drittel von Queen of Shadows gehört, das mir nach einer anfänglichen Krise relativ gut gefällt (obwohl ich so was von mies in meinem Reread-Zeitplan liege).

Insgesamt macht das 3358 Seiten, etwa 112 pro Tag. Für den Oktober habe ich mir nicht wirklich etwas vorgenommen (seien wir ehrlich, es ist unwahrscheinlich, dass ich Queen of Shadows und Empire of Storms rereade, Tower of Dawn lese und dann auch noch Kingdom of Ash), ABER im Oktober erscheint mein meistersehntestes Buch überhaupt: The Lady’s Guide to Petticoats and Piracy von Mackenzi Lee.

*silent screaming*

(Ich glaube, ich habe mich noch nie so sehr auf ein Buch gefreut.)

(Felicity könnte die 500 Seiten damit zubringen, nur zu atmen, und ich würde dem Buch fünf Sterne geben.)

Also, ihr seht, wo meine Prioritäten liegen. (Außerdem fällt mir gerade ein, dass der Rest des Oktobers vermutlich aus Unilektüren bestehen wird, also wäre das auch geklärt.)

Erzählt mir: Wie war euer Lesemonat September? 👩‍💻

8 comments / Add your comment below

  1. Ich kenne die Situation sehr gut, eigentlich gar nicht genau zu wissen, womit man seine Ferien verbracht hat. Ich könnte dir das nämlich auch nicht so genau sagen und ich habe nicht mal eine Hausarbeit geschrieben, hatte also (bis auf ein bisschen Lernzeit) wirklich komplett frei. Aber habe ich mehr gelesen oder sonst was erreicht? Nicht wirklich 😀 Ganz mysteriös.
    Robin Hobb muss ich dringend mal im Auge behalten, wie es aussieht und auf deine Rezension zu „The Monsters We Deserve“ bin ich wirklich gespannt, seltsam klingt schon mal interessant. Und „Sourdough“ kannte ich bisher gar nicht, das klingt von deinem Fazit her aber, als wäre es genau mein Ding.
    Auf „The Lady’s Guide“ freue ich mich auch sehr und hoffe, dass ich neben den ganzen anderen Büchern, die ich ganz dringend jetzt sofort lesen will, auch dazu komme. Zumindest die Kurzgeschichte werde ich in den nächsten Tagen ganz sicher einschieben. Ich wünsche dir jetzt schon mal super viel Spaß mit dem Buch!

    1. Irgendwie beruhigend, dass es dir ähnlich geht, aber es ist wirklich mysteriös, ja. 😀 Ich fühle mich immer ein bisschen um meine Zeit betrogen, wenn das nächste Semester beginnt und ich mich immer noch nicht recht erholt fühle. 😀
      „Sourdough“ ist wirklich spannend – die Protagonistin beschäftigt sich jobtechnisch mit Roboterarmen, gelangt an einen Sauerteigstarter und vermischt dann quasi Handwerk und Technik und, wie gesagt, es ist einfach herzerwärmend, und ich finde diese Mischung einfach sehr erfrischend und charmant.
      Die Kurzgeschichte habe ich eben beendet und fand sie genial (okay, habe ich was anderes erwartet?), daher wünsche ich dir ganz viel Vergnügen dabei! Und ich kenne das, dass man sich super auf ein Buch freut, aber so viele Bücher in dem Moment lesen will/muss/was auch immer, dass man doch nicht dazukommt und das dann ewig in die Zukunft schiebt. Die üblichen Struggle 😀 Vielen Dank!

      1. Bei mir ist ja eher das Problem, dass ich mich ein bisschen ZU sehr erhole und völlig unproduktiv werde, sobald mich niemand mehr unter Druck setzt 😀 Ich bin mittlerweile auch wieder an dem Punkt, an dem ich mich auf das neue Semester etwas freue, weil ich dann wieder regelmäßig etwas zu tun habe.
        Das klingt wirklich super interessant und auf jeden Fall ungewöhnlich.
        Genau das hatte ich erwartet 😀 Freut mich, dass sie dir gefallen hat!

        1. Oh, das kenne ich auch. 😀 Da teilt man wochenlang seine Zeit selbst ein und dann geht das Semester wieder los und man muss sich erst einmal wieder beibringen, die Gehirnzellen auf längere Zeit anzustrengen 😀

  2. Huhu 🙂
    Mein September war lesetechnisch erstaunlich gut, allerdings habe ich längst nicht so viel gelesen wie du 😅
    Mein Lesehighlight war Léon und Louise von Alex Capus! Das war so toll!
    Von deinen Büchern im September interessiert mich besonders Sourdough. Der Titel macht mich irgendwie neugierig.
    Liebe Grüße
    Lisa

    1. Liebe Lisa,

      von Alex Capus hab ich schon viel Gutes gehört, freut mich, dass dich das Buch so überzeugen konnte! Sourdough hat mich wirklich positiv überrascht, und ich habe auch heute Vormittag gesehen, dass das Buch bald auf Deutsch bei Blessing erscheint, vielleicht interessiert dich das ja. 🙂

      Alles Liebe
      Isabella

  3. Liebe Isabella,

    mit den stressigen Semesterferien kann ich mich dir auch echt nur anschließen. Neben einer Hausarbeit, der normalen Arbeit, einem Kurztrip nach Prag und Heimaturlaub (der zwar sehr schön, aber auch sehr anstrengend war) weiß ich überhaupt nicht, was ich die ganze Zeit über gemacht habe.

    Nach Oslo möchte ich auch unbedingt mal. Das stelle ich mir richtig, richtig toll vor! 😍 Ich freue mich ein bisschen darüber, dass ich meine Mama mit meiner Begeisterung für Städtetrips angesteckt habe und wir jetzt schon den nächsten planen.

    Dein bzw. euer Podcast erinnert mich auch an die 1001 Dinge, die ich in den Semesterferien hören/ansehen/lesen wollte und aus irgendwelchen nicht geschafft habe – weil keine Ahnung, was ich stattdessen getan habe. Aber es ist auf der Liste! Promise ☝🏼

    „The Monsters We Deserve“ klingt, finde ich, wirklich super cool und außergewöhnlich! Da bin ich schon gespannt, auf deine ausführliche Meinung. Genauso wie bei „This Monstrous Thing“.

    Hach, all diese Neuerscheinungen im Moment machen mich auch fertig. Ich weiß gar nicht, ob ich es schaffe, „The Lady’s Guide…“ in naher Zukunft zu lesen. Aber wenn nicht, kann ich mich ja erstmal mit dir freuen 🙂

    Ich wünsche dir aber erstmal einen ganz tollen Oktober 🍃 und hoffe, du kannst dich doch noch ein bisschen ausruhen!
    Alles Liebe
    Aileen

    1. Liebe Aileen,

      das klingt nach einem schönen, aber auch wirklich anstrengenden Programm bei dir, und ich kann mir gut vorstellen, dass dadurch die Zeit quasi nur so verflossen ist. (Und gerade Heimaturlaube leben echt immer in einem Spannungsfeld.) Ich hoffe, du kannst dich jetzt auch noch etwas erholen! Und Oslo eignet sich für einen Kurztrip wirklich perfekt, da kannst du deine Mama bestimmt zu überreden. 😀 (Wie cool, dass ihr zusammen reist!)

      Aw, das ist total lieb! Mach dir keinen Stress, der Podcast läuft ja nicht weg 😛

      Vorfreude ist ja sowieso die schönste Freude, oder? 🙂 Aber es ist sowieso immer schwierig, mit den Neuerscheinungen mitzuhalten, wenn der SuB im Hintergrund jammert. 😀

      Vielen Dank, ich hoffe, du bist auch gut in den Oktober gestartet!

      Alles Liebe
      Isabella

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