One of a kind – Emma & Jake von Tina Köpke

Inhalt

Die 28-jährige Emma hat einige Pläne für ihr Leben in Maywood. Nur hat das Leben andere Pläne mit ihr – so wie der Schuldenberg, der dem Haus anhaftet, das sie nach dem Tod ihres Vaters alleine bewohnt. Ein Job findet sich in Maywood nicht, und von all dem Ehrenamt kann sie sich auch nicht über Wasser halten.

Das Letzte, was sie braucht, ist Jake, der nach zehn Jahren wieder in Maywood aufkreuzt und all die Erinnerungen aufwühlt, die Emma und Jake vor zehn Jahren geteilt haben. Emma will ihn nicht wiedersehen. Denn sie kann sich nicht vorstellen, dass er sich geändert hat – oder?

Meine Meinung

Mein üblicher Disclaimer: Als Betaleserin von Tina bin ich absolut voreingenommen. Dennoch wollte ich es mir nicht nehmen lassen, zu dem Erscheinen von One of a kind – Emma & Jake (wenn auch etwas verspätet) wie bei 125 Tage Leben eine Mischung aus Rezension und Arbeitsbericht zu verfassen. Denn die Geschichte von Emma und Jake hat mir einfach zu viel Spaß gemacht, um nicht etwas davon in die Welt hinauszuschreien.

Zuallererst: Das Setting ist herzerwärmend. Wenn ihr euch schon immer mal nach einem literarischen Stars Hollow verzehrt hat, dann findet ihr es in diesem Buch. Maywood ist nicht nur bis ins Detail ausgearbeitet, sondern auch mit allerhand diversen Bewohner_innen beseelt. Dabei entsteht ein buntes, herrlich skurriles Stadtbild, das in mir den Wunsch erweckte, auch einmal Maywood besuchen zu können.

Ich mein ja nur:

Dieses verspielte Setting wird mit einem doch erwachseneren Grundton des Werkes konterkariert. Im Gegensatz zu Tinas anderen Projekten (League of Fairy Tales ausgenommen) wird nämlich in der dritten Person erzählt, sowohl aus Jakes als auch aus Emmas Perspektive. Da die beiden Ende zwanzig sind, hätte ich die ernstere Note vielleicht erwarten müssen – wie auch immer, es gefiel mir unglaublich gut. Indem die Geschichte zwischen locker-flockigen Scherzen und fast schon existenziellen Fragen oszilliert, entsteht eine Atmosphäre, die mich dazu brachte, ein Kapitel nach dem anderen verschlingen zu wollen. Gerade im Vergleich zu 125 Tage Leben sind es doch noch mal ganz andere Themen, die verhandelt werden, andere Lebensabschnitte, in denen sich die Charaktere befinden.

Das Herzstück des Romans bilden aber zweifellos die Charaktere: Emma, die am Anfang geradezu zu perfekt wirkt – ehrlich gesagt war das sogar das Erste, was ich beim Betalesen kritisiert hatte. Um zwei, drei Kapitel später zu merken: Halt mal, hier wird mir einiges vorgegaukelt. Mit einem Mal wird ihr makelloses Auftreten zu einer Farce, zu einem bisschen Stabilität, an dem Emma sich verzweifelt festzukrallen versucht, während ihre Umgebung immer unsicherer wird. Und Jake, ach – Jake hat mein Herz im Sturm erobert. Bei seinen Gründen, nach Maywood zurückzukehren, konnte ich gar nicht anders, als mit ihm mitzufühlen. Ohne zu spoilern, sagen wir’s so: Jake kehrt nicht zurück, um Emma zu quälen – sondern weil Maywood der einzige Ort ist, an dem er noch hofft, eine Bleibe finden zu können. Ich hab nicht lange gebraucht, um die beiden bis zum bitteren Ende zu shippen.

Auch die Nebencharaktere sind unglaublich gut ausgearbeitet, allen voran Mia und Olivia, die Emmas beste Freundinnen sind und die mit ihr alles, wirklich alles durchmachen. Während Mia noch gar nicht so lange in Maywood lebt, steht Olivia mit ihrer Ehefrau mit beiden Beinen im Leben. Aber auch der Bar-Besitzer Mike oder der mondäne Reiseblogger Wyatt brachten mich immer wieder zum Schmunzeln und hauchen dem Buch noch mehr Leben ein.

Was ich besonders erfrischend fand, war, dass das „große Geheimnis“, also was damals zwischen Emma und Jake vorgefallen ist, gar kein so großes Geheimnis ist und dass überhaupt nicht bis zum Ende des Buchs gewartet wird, um es aufzulösen. Obwohl One of a kind – Emma & Jake ganz klar ein Liebesroman ist, geht es auch um zahlreiche andere Dinge, und die eigentliche Liebesgeschichte kommt ohne das riesig-überzogene Drama aus, das manchmal geradezu mit dem Genre verwachsen zu sein scheint. Diese Dekonstruktion ist einfach Tinas Ding.

Also, wenn es euch nach einem Feel-Good-Buch mit einer gehörigen Portion Kleinstadt-Vibes und absolut liebenswürdigen Charakteren verzehrt – Emma und Jake freuen sich auf euren Besuch.


One of a kind – Emma & Jake ○ Taschenbuch/eBook: 328 Seiten ○ 11,99€* (Print) bzw. 3,99€* (eBook)

P.S.: Emma und Jakes Geschichte ist nicht die letzte, die in Maywood Platz nehmen wird.

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3 Kommentare

  1. Hallöchen,
    ich war ja doch etwas skeptisch, was dieses Buch betrifft. „125 Tage Leben“ hat mir nicht so wirklich gefallen, also war ich mir nicht sicher, ob es bei diesem Buch anders sein würde. Aber du hast mich gerade so neugierig gemacht!
    Ich werde mal noch ein paar Rezensionen lesen, aber ich glaube, das könnte ein Buch für mich sein 🙂
    Liebste Grüße, Kate

    1. Liebe Kate,

      schade, dass dir 125 Tage Leben nicht zu zugesagt hat. Persönlich finde ich es schwer, zu beurteilen, ob dir One of a kind mehr zusagen würde – es hat definitiv einen anderen Grundton, ja. Wahrscheinlich ist es wirklich am besten, in ein paar andere Meinungen oder in die Leseprobe reinzulesen. 🙂

      Alles Liebe
      Isabella

  2. Hallo Isabella,
    deine Rezension hat mich wirklich neugierig gemacht. Deine Kommentare zu den Sätzen fand ich ja herzallerliebst!
    Ich habe mir das Buch nun runtergeladen und bin schon ganz gespannt! Vorher sind allerdings noch ein paar andere Bücher dran… Mein SuB wird einfach nicht kleiner. (Aber deswegen kann ich ja nicht anfangen, potentiell gute Bücher zu ignorieren!)
    Beste Grüße
    Aileen

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