[Rezension] Die Bekenntnisse der Sullivan Schwestern – Natalie Standiford

Originaltitel: Confessions Of The Sullivan Sisters


Norrie, Jane und Sassy sind ganz normale Mädchen. Na ja, so normal, wie man eben sein kann, wenn man in einer Großfamilie lebt und eine stinkreiche Großmutter hat, die bloß „Almighty“ genannt wird. Besagte Großmutter verkündet allerdings, dass es möglicherweise bald mit ihr zu Ende sein könnte – und einer aus der Familie gesündigt hat. Gesteht derjenige nicht seine Sünden, wird allen Familienangehörigen das Erbe, das aus einem beträchtlichen Betrag besteht, entzogen. So wird beschlossen, dass Norrie, Jane und Sassy ein Geständnis über ihre Sünden ablegen müssen…
Also eins muss ich gleich zu Anfang sagen: Die Gestaltung dieses Buch ist Liebe! Schon allein das Cover ist toll, aber auch wenn man das Buch aufschlägt, gerät man ins Schwärmen. Ich kann es gar nicht richtig beschreiben, am besten ihr schaut mal über Amazon rein. Es gefällt mir richtig gut und ist auf jeden Fall ein Hingucker. 🙂

Nun zum Inhalt des Buches – allein die Idee gefällt mir richtig gut und ich lese auch mal gern abseits von Fantasy, meinem typischen Genre, etwas. Die Idee mag zwar klischeehaft sein – stinkreiche Oma, die sich sehr altmodisch verhält, Großfamilie usw. – aber die Umsetzung ist der Autorin außerordentlich gut gelungen. Auch wenn das Buch einfach nur von Ausschnitten aus dem Leben der Mädchen erzählt und das jetzt im Grunde genommen nicht sonderlich spannend ist, hängt man dennoch an den Seiten und will MEHR. Mehr von diesem verrückten Leben, das man auch gerne mal für ein paar Tage ausprobieren sollte.
Das Buch wird jeweils aus der Perspektive von Norrie, Jane und zuletzt Sassy erzählt. Zu der Familie gehören ansonsten noch Ginger, Daddy-o, St. John (ältester Sohn), Sully (zweitältester) und Takey (jüngster Sohn, sechs Jahre alt). Und natürlich Almighty mit ihrem Ehemann Walter.
Norries Teil ist der erste und auch der längste. Insgesamt auch der, der mir am besten gefallen hat. Ihre „Sünde“ ist, dass sie sich in einem Typen, der acht Jahre älter ist als sie, verliebt hat. Und ach, Norrie ist so ein lieber Charakter! Sie hat ihre Ecken und Kanten, ist aber auch klug und man kann sich richtig gut in sie einfühlen. Da sie von Almighty praktisch einen anderen Jungen aufgezwungen kriegt, mit dem sie ausgehen soll, steckt sie in einem Zwiespalt und muss sich überlegen, ob sie sich der Familientradition widersetzen will. Ob sie’s letztendlich tut oder nicht, kann ich natürlich nicht verraten 😛 – aber ich habe ihren Teil wirklich von Anfang an genossen.

Auf Janes Teil habe ich mich am meisten gefreut: Sie schreibt auf einem Blog über ihre „böse“ Familie. Zu meiner Freude kriegen wir auch die Blogartikel (und Kommentare) zu lesen, was wirklich sehr erfrischend war. Jane ist eine pure Rebellin, aber tief in sich hat sie eine weichherzige Seite. Aber was sie auf jeden Fall hat ist ein sehr spezieller Humor, der mir persönlich richtig gut gefällt. Ich musste bei ihr wirklich öfters lachen. 🙂
Warum mir ihr Teil nicht so gut gefallen hat wie Norries, kann ich nicht direkt sagen, denn Janes Teil ist wirklich auch gut! Aber die Chemie bei dem von Norrie war wohl einfach noch einen Ticken passender und was mich an Janes Teil gestört hat, war das Ende. Das kam meiner Meinung nach viel zu überstürzt und der Teil hätte, genauso wie Sassys, ruhig länger sein können.
Von Sassy hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt keine so gute Meinung. Wegen dem, was man bisher von ihr erfahren hatte, dachte ich, dass sie ziemlich naiv sei. Ich kann hinterher sagen, dass sie wirklich ein klein wenig naiv ist – aber in dem Maße, dass es noch liebenswürdig ist. Sassy hält sich nämlich für unsterblich, weil sie schon mehrere Male angefahren wurde und immer nur einen blauen Fleck davongetragen hat. Bis Walter, Almightys Ehemann, an einem Herzinfarkt stirbt und sie sich für die Schuldige hält. Das stürzt Sassy in eine ziemliche Krise, die ich persönlich – vor allem das mit dem Unsterblichsein – für etwas zu übertrieben halte.
Hätte ich nicht gewusst, wie alt sie in etwa ist, hätte ich sie allerdings definitiv jünger geschätzt. Trotz allem habe ich auch gerne aus ihrer Perspektive gelesen.
Zusammenfassend muss ich sagen, dass jedes der drei Mädchen originell ist. Das Buch ist schließlich aus drei Perspektiven geschrieben und man merkt auch wirklich, dass da gerade jemand anders erzählt! Ich habe das Buch daher wirklich gern gelesen und habe mich gefreut, in diese chaotische Großfamilie eintauchen zu dürfen.

„Die Bekenntnisse der Sullivan Schwestern“ ist ein Buch, das nur vor Lebensfreude und Begeisterung sprüht. Es ist wirklich purer Genuss, es zu lesen, und sorgt definitiv für ein paar unterhaltsame Stunden, am besten eingekuschelt vor dem Kamin. Zwar hat es ein paar kleine Kritikpunkte, aber alles in allem ist es ein Buch, was sicher der ein oder andere noch auf seinen Wunschzettel schreiben kann!
Vielen herzlichen Dank an Lovelybooks und Carlsen für dieses Rezensionsexemplar!

Titel: Die Bekenntnisse der Sullivan Schwestern

Hardcover: 384 Seiten
Verlag: Carlsen
Reihe: –
Preis: 16,90€

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3 Kommentare

  1. Hey 🙂
    Tolle Rezi 🙂 Ich habe das Buch auch noch nicht gelesen, aber der Inhalt ist sehr interessant und dir scheint es ja auch ziemlich gut gefallen zu haben! Am Anfang hat mich das Cover ein wenig irritiert, da es ein bisschen nach Kinderbuch aussieht, aber nach und nach habe ich mich daran gewöhnt und nun finde ich es voll schön ^^
    Sobald ich mal wieder zu Geld kommen sollte werde ich es mir holen (ja genau Mara dann nimmst du am besten gleich noch die 100 anderen Bücher von deiner WuLi mit ;'))
    Liebe Grüße,
    Mara

  2. Danke 🙂
    Jaa, es sieht wirklich nach Kinderbuch aus, aber ich finde es toll gestaltet. 😀
    Okay, mach das. 🙂 Das mit dem Geld kenn ich… das ist immer so ein Problem.^^ Zum Glück ist bald Weihnachten! 😀
    Liebe Grüße,
    Bella

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