[Rezension] The School for Good and Evil – Soman Chainani

Inhalt

Sophie und Agatha leben ein mehr oder weniger friedliches Leben in Gavaldon. Doch es handelt sich dabei nicht um eine gewöhnliche Stadt; alle paar Jahre werden zwei Kinder gekidnappt und in die Schule für Gute und Böse verschleppt.
Dieses Jahr sind es Sophie, die sich selbst als Prinzessin sieht, und Agatha, die am liebsten jeden Spiegel meidet und von Sophie „liebevoll“ als Hexe bezeichnet wird, die vom Schulmeister entführt werden.
Nur landet Sophie in der Schule für das Böse, und Agatha bei den Guten – eine Verwechslung, oder steckt da noch etwas anderes dahinter? Und wird ihre Freundschaft den Belastungen, die auf sie zukommen, standhalten?

Zitat

„Was wir sind, ist unwichtig.
Was zählt, sind unsere Taten.“
(S. 501, The School for Good and Evil)

Meine Meinung

Als ich davon erfuhr, dass bei Lovelybooks eine Leserunde zu diesem Buch veranstaltet wurde, konnte ich nicht anders, als mich zu bewerben. Und tatsächlich – das Glück stand auf meiner Seite.
Wenige Tage später erreichte mich The School for Good and Evil, ein dickes Hardcoverbuch, das schon von außen Lust auf’s Lesen macht. Aber als ich das Buch aufschlug, war ich regelrecht begeistert – direkt auf der ersten Seite befindet sich eine zauberhafte, mit viel Liebe gezeichnete Karte, die Agathas und Sophies Schule darstellt. Auch das Buch ist immer mit kleinen Details gespickt, zum Beispiel den Stundenplänen, die das Ganze anschaulicher machen. Wie toll ist das bitte?! Ich war richtig begeistert, nur wegen der Aufmachung. So liebevoll!
Aber auch beim Lesen hat das Buch überzeugt. Gleich zu Anfang wurde von der Situation in Galvadon berichtet und vor allem von Sophie, das einzige Mädchen, das sich darauf freute, bald die Schule für Gute besuchen zu dürfen. Aggie (Agatha) ist da schon weniger begeistert, denn sie ist schließlich bloß das Mitleidsprojekt von Sophie, die versucht, etwas aus dem zurückgezogenen Mädchen zu machen. Dann aber werden beide verschleppt – und landen genau in den entgegengesetzten Schulen. Anfangs versuchen sie noch, Seiten zu tauschen, aber weder das noch Fluchtversuche funktionieren. Und dann ist da auch noch die Tatsache, dass Sophie als die Böseste seit langer Zeit gehandelt wird…
Das Buch ist nicht ganz 😉 für meine Altersklasse ausgelegt, sondern mehr für 12-Jährige, aber das tut dem Lesespaß gar keinen Abbruch. Man kann hier jetzt natürlich nicht bluttriefende Szenen erwarten, auch wenn hin und wieder sogar Köpfe rollen, und auch die Sprache ist eher simpel gehalten, aber das treibt meiner Meinung nach den Lesefluss nur noch voran. Die Seiten flogen nur so an mir vorbei und wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, dann hätte ich das Buch sicher noch zügiger durchgelesen. (So brauchte ich etwa eine Woche für die 500 Seiten – auch kein sooo übler Schnitt, oder?)
Allerdings sind auch die Charaktere eher etwas flach gehalten. Soman Chainani macht zwar einige Andeutungen, was Charakterzüge anbetrifft, doch hier hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht, auch wenn das Buch eher für eine jüngere Zielgruppe gedacht ist. Vielleicht lag es auch daran, dass Chainani oft zwischen den Perspektiven hin- und herwechselte und nie wirklich in den Charakter eintauchte – schade ist es so oder so. Denn die Ansätze sind gut; ausgereift hätten sie genial werden können!
Beeindruckend finde ich die Darstellung von Freundschaft. Auch wenn sie wieder und wieder von Sophie hintergangen wird, so hält Agatha zu ihrer Freundin und steht alles mit ihr durch. Ein schönes Beispiel, eines, das man in Büchern selten noch sieht, da der Fokus oft nur auf der Romanze liegt.
Auch Chainanis Idee gefällt mir sehr gut, vielleicht ist sie nicht unbedingt einzigartig, aber zumindest exotisch. Dass es außerdem Andeutungen gibt, dass beide Seiten doch nicht nur „gut“ oder „böse“ sind, hat mir ebenfalls gut gefallen. Hier hätte ich mir wieder mehr Tiefe gewünscht – da gäbe es nämlich so einiges an Potential für ordentlich Furore, wenn ihr versteht, was ich meine! Was gibt es Besseres als Korruption in Büchern 😀 Aber auch das schiebe ich wieder auf die Zielgruppe.
The School for Good and Evil endet auf die erdenklichst fieseste Weise – mit einem fetten Cliffhanger. Das schreit ja geradezu nach der Fortsetzung…

Fazit

The School for Good and Evil ist ein solider erster Band – auch wenn er eigentlich an eine jüngere Zielgruppe gerichtet ist, ist er durchaus für Ältere lesbar. Man darf nur nicht zu viel (Charakter)Tiefe erwarten und muss sich auf die Geschichte einlassen, dann wird man auch belohnt. Besonders positiv fällt die liebevolle Gestaltung auf. Ich bin gespannt auf den Folgeband und was Soman Chainani noch so in Petto hat!

Vielen Dank an Lovelybooks und Ravensburger für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Titel: The School for Good and Evil

Hardcover: 512 Seiten
Verlag: Ravensburger
Reihe: 1/3
Preis: 16,99€

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