[Rezension] Der Tag, an dem Lotto-Klara in mein Taxi stieg – Florian Herb

Inhalt

Dieser Tag soll Alvaros Leben verändern: eine ältere Dame mit einem Zuckertopf, einem Trolley und weiterem sperrigen Gepäck steigt bei ihm ins Taxi ein. Klara will erst zum Bahnhof gefahren werden (die Züge fahren aber wegen des Wetters nicht), dann zum Flughafen (wo der Betrieb ebenfalls eingestellt ist) und letztendlich direkt nach Paris. Alvaro willigt ein – und beginnt damit eine Reise zu seinem wahren Ich…

Meine Meinung

Zugegeben: normalerweise bin ich weniger jemand, der Unterhaltungsliteratur liest. Ich greife schon beinahe automatisch nach Dystopien, Fantasy-Romanen oder Young Adult Büchern. Der Tag, an dem Lotto-Klara in mein Taxi stieg hörte sich allerdings schon so interessant und verlockend an, dass ich beschloss, mal in ein anderes Genre zu schlüpfen!

Direkt am Anfang werden die relevantesten Charaktere eingeführt: allen voran Alvaro, 26, der sich fühlt, als hätte er sein Leben jetzt schon aufgebraucht. Dann noch seine Mitbewohnerin Kerstin – ehemalig Karsten -, die ihm dazu rät, sein wahres Ich zu finden. Und noch viele weitere, die die Geschichte ganz schön lebendig und Hoffnung auf eine bunte Erzählung machen. Diese bunte Mischung hat mir sehr gut gefallen – von dem geldgierigen Sohn bis zum alleinstehenden Vater ist hier alles dabei -, dennoch kam diese „Vorstellung“ teilweise nicht ganz authentisch rüber, sondern mehr so der Reihe nach: das ist, das ist, das ist… aber schließlich waren bald alle Charaktere vorgestellt und die Geschichte nahm an Fahrt auf! 

Florian Herb hat außerdem eine Art „Hetzjagd“ eingeflochten, die noch zusätzlich Spannung und Witz verlieh: Klaras Familie, die hinter dem Lottogewinn her ist, folgt ihr quer über den Kontinent – und muss selbst einsehen, dass man nicht immer das kriegt, was man will…
Was mir besonders gut an dem Roman gefallen hat, ist die exzellente Beschreibung der Landschaft. Klara und Alvaro reisen nicht nur von Berlin nach Frankreich, sondern auch nach Andalusien, und jedes Mal besticht Florian Herb mit exzellenten Kenntnissen. Ich war selbst vor einigen Wochen in Frankreich – und als die Szenerie erneut beschrieben wurde, bekam ich ziemliches Fernweh, so detailliert kehrten die Erinnerungen zurück.
Auch die Intention, die hinter Klara und Alvaro steckt, regte zum Nachdenken an – wer bin ich? Wo stehe ich in der Welt? Wie finde ich zu meinem eigenen Ich? Ich deute es schon an: auf die beiden Protagonisten warten so einige Veränderungen und wundervolle, gemeinsame Erfahrungen! Ich hätte mir lediglich noch etwas mehr Tiefe gewünscht; ich weiß nicht, ob es an der Perspektive (dritte Person) lag oder schlicht daran, dass ich nicht ganz die Zielgruppe bin – obwohl die Geschichte an sich berührend ist, so kamen die Emotionen nicht bei mir an. Es fiel mir schwer, mich mit Alvaro und Klara zu identifizieren, ich blieb stets ein Zuschauer.
Dennoch ist Der Tag, an dem Lotto-Klara in mein Taxi stieg ein sommerliches, kurzes Lesevergnügen, das bestimmt dem ein oder anderen ein Schmunzeln aufs Gesicht zaubern wird!

Fazit

Der Tag, an dem Lotto-Klara in mein Taxi stieg ist ein leichter Roman für zwischendurch, dem zwar etwas an Tiefe fehlt, aber dennoch eine außergewöhnliche Reise quer durch Europa bietet!
Vielen Dank an Florian Herb und den Ullstein Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Titel: Der Tag, an dem Lotto-Klara in mein Taxi stieg

Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Ullstein
Reihe: –
Preis: 9,99€

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