Averno von Louise Glück

Wie spricht – oder schreibt – man über Lyrik? Man kann sich über die Form an den Inhalt herantasten; kann Themen identifizieren und ihre (Dis-)Kontinuität beschreiben; oder aber man wählt einen subjektiven Zugang, wie habe ich mich bei der Lektüre gefühlt?
Bei Louise Glücks Averno (2006; dt. 2007) wollte nichts von alldem so recht funktionieren. Macht nichts, dachte ich mir: Oft genug bin ich schon Texten begegnet, die sich mir nicht auf einen ersten oder zweiten Blick erschlossen haben. Abhilfe schuf meist, über die Texte zu lesen, sich über die Interpretationen anderer Stück für Stück einen Zugang zu erarbeiten. Oder wenigstens dabei zu erkennen, wieso sie von anderen geschätzt werden.

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Für immer die Alpen von Benjamin Quaderer

Johann Kaiser, Sohn eines Fotographen und Weltenbummlers, Sohn einer Mutter, die irgendwann ging und nicht mehr aufzufinden war, der irgendwann in einem Kinderheim landete und schon bald lernte, dass er seine Identität an seine Bedürfnisse anpassen konnte – musste –, Johann Kaiser, Bürger Liechtensteins, der eines Tages zum Dieb von Kundendaten einer Bank wird. Bei den darauffolgenden Prozessen geht es ihm nicht um Geld, sondern um Gerechtigkeit, und nicht zuletzt deswegen greift er zum Stift – um seine Geschichte so zu erzählen, wie sie wirklich passiert ist, nicht so, wie die Öffentlichkeit sie zu zeichnen versucht.

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Romance-Empfehlungen für Genre-Skeptische

In diesem Beitrag stelle ich euch zwei Romance-Bücher vor, die mir in letzter Zeit gefallen haben: Beach Read von Emily Henry und Get a Life, Chloe Brown von Talia Hibbert. Die Bücher haben noch was gemeinsam: Nach ihrer Lektüre habe ich realisiert, dass das Genre nicht wirklich was für mich ist. Deshalb soll dieser – durchaus seltsame Beitrag – insbesondere an Genre-Skeptiker*inne, vielleicht aber auch an Genre-Neulinge gerichtet sein, die Lust haben, dem Genre (noch) eine Chance zu geben.

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