Brecht und Feminismus? Eine Aneignung

Gewissermaßen geht es auf die altbewährte Diskussion ohne absehbares Ende zurück: Bewertet man bei der Werklektüre die Autor_innen mit oder nicht? Persönlich habe ich mich schon mehrmals dazu entschieden, Bücher aufgrund diverser Einstellungen ihrer Autor_innen nicht zu lesen, einfach, um diese nicht weiter zu unterstützen. Aber das funktioniert nicht immer so, manchmal muss man vorgegebene Werke für die Uni lesen. Oder man lernt erst hinterher mehr über die Hintergründe. Bei mir und Brecht war das so ein bisschen ein Wechselspiel, ich las mehr von seinen Werken, ich lernte mehr über ihn, ich las mehr von seinen Werken, lernte mehr über ihn, und so weiter, und so weiter.

Natürlich versuche ich hier, keine allgemeingültige Lösung für Verletzendes und Problematisches in Klassikern anzubieten. Ganz egal, in welchem historischen Kontext die Werke verfasst wurden – das ist eine Erklärung, keine Entschuldigung, und manchmal genügt eine andere Lesart nicht. Manchmal bietet sich eine andere Lesart schlichtweg nicht an. Ich kann mir aber vorstellen, dass es noch andere Fälle gibt, die dadurch problematisiert und aktualisiert werden können, eben weil sie dieses Potential aufweisen, und dadurch nicht ihren Status abgeben müssen.

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One of a kind – Emma & Jake von Tina Köpke

Die 28-jährige Emma hat einige Pläne für ihr Leben in Maywood. Nur hat das Leben andere Pläne mit ihr – so wie der Schuldenberg, der dem Haus anhaftet, das sie nach dem Tod ihres Vaters alleine bewohnt. Ein Job findet sich in Maywood auch nicht, und von all dem Ehrenamt kann sie sich auch nicht über Wasser halten.

Das Letzte, was sie braucht, ist Jake, der nach zehn Jahren wieder in Maywood aufkreuzt und all die Erinnerungen aufwühlt, die Emma und Jake vor zehn Jahren geteilt haben. Emma will ihn nicht wiedersehen. Denn sie kann sich nicht vorstellen, dass er sich geändert hat – oder?

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Wie viel Raum braucht das „männliche Ego“? Mein Knausgård-Dilemma

Karl Ove Knausgård ist letztes Jahr fünfzig Jahre alt geworden. Dennoch hat er ein beinahe fünftausend Seiten umfassendes autobiographisches Projekt in sechs Bänden abgeschlossen. Die deutschen Titel heißen Sterben, Lieben, SpielenLeben, Träumen und Kämpfen. Das norwegische Original nennt sich Min kamp und ist durchnummeriert. Wenn man mich fragt, stellen die Bücher mindestens zweierlei Kampf dar: den von Knausgård mit sich selbst und den Kampf des Lesens.

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Monatsrückblick März 2019

Im März war unglaublich viel los: Erst stellte ich meine Hausarbeiten fertig, danach wurde ich krank, war rechtzeitig zur Buchmesse wieder auf den Beinen, nach der Buchmesse noch kranker als davor und den Rest des Monats verbrachte ich damit, in verschiedenen Orten Deutschlands flachzulegen und in Selbstmitleid zu baden. 😀 Das Gute an alldem ist, dass März damit mein bisher bester Lesemonat für dieses Jahr wurde und überhaupt der Monat, in dem meine Lust am Lesen und am Blog wieder so richtig auflebte. Dennoch habe ich gelernt, dass ich die nächste Hausarbeitenphase definitiv anders anpacken muss – eine Erkältung zu verschleppen ist verflucht unschön. *hustend gesendet*

Aber nun zu den sieben gelesenen Büchern:

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Freiraum von Svenja Gräfen

Vela und Maren, seit über fünf Jahren zusammen, wollen nur eins: Ein Zuhause, das nicht auseinanderfällt, dessen Mietpreise nicht alle paar Monate steigt, das sie nicht unter konstanten Druck setzt, dass sie nicht ausreichend verdienen, dass sie etwas Bezahlbareres, Besseres finden müssen. Als auf dem Dorf ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft, in einem riesigen Haus mit einem Haufen Menschen, die bunter nicht sein könnten, frei wird, können Vela und Maren ihr Glück kaum fassen, wagen es sogar, den Traum von einem eigenen Kind stärker werden zu lassen. Doch bietet dieses neue Zuhause das, was ihnen bisher fehlte?

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